Der Theologe als Hauslehrer
- Die Theologie-Studenten stammten aus den - ökonomisch gesehen - untersten Bevölkerungsschichten (Lehrer und Pfarrer inbegriffen) S.198
- Theologie studierte im 18. Jhdt jeder, der nichts besseres wusste; Zugangsregelungen für die Universitäten gab es nicht (Ausnahme Württemberg s. Gerth S. 22)
- Folglich existierte ein Überangebot an fertigen Theologen ('Kandidaten'), die auf eine Pfarrstelle warteten (Karenzzeit), oder gar nicht Pfarrer werden wollten (z.B. F. Hölderlin, G.W.F. Hegel, Schelling).
- Diese Situation zwang zur Hauslehrertätigkeit unter teilweise erniedrigenden Bedingungen (glückliche Hauslehrer gab es jedoch auch z.B. Herbart, siehe Ludwig Fertig: Die Hofmeister, J.B. Metzler Stuttgart S. 83f)
- Dafür aber waren die Kandidaten im allgemeinen schlecht vorbereitet: persönliche Unreife, zu jung und wenig welterfahren (S.198), keine Erfahrungen im Unterrichten, schon gar nicht im Einzelunterricht, oft genug überhaupt eine mangelhafte Ausbildung, da wegen Geldmangel nur Schnellstudium
- dazu das Studium der falschen Fächer (alte Sprachen, Dogmatik), keine 'Realien', und schon gar keine Pädagogik oder Psychologie
- Folglich hatten die Theologen-Hauslehrer auf dem Lehrer-Arbeitsmarkt immer weniger Chancen, vor allem als um 1800 ein eigener Stand von Schulmännern sich herausbildet und ein neuer Fächerkanon entsteht.
Illustrationen zum Thema:
![]() | Eine Gefahr für den Hofmeister: Die Nähe zur Hausfrau!
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| Der Hofmeister als Drillmeister
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![]() | Die Alternative: "Bauernschule"
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© Klaus Dautel, 2001
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Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.

J. M. R. Lenz 


