Schwetzingen,
die Sommerresidenz der pfälzischen Kurfürsten

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Ursprung des Schwetzinger Schlosses ist eine mittelalterliche Wasserburg, die im frühen 15. Jahrhundert ganz in pfälzisches Eigentum übergeht. Die kleine Anlage erhält um 1470 einen steinernen Wohnturm (Donjon) und wird in der 1. Hälfte des 16. Jahrhundert durch Kurfürst Ludwig V. zum repräsentativen Jagdschloss erweitert und ausgebaut.

Brandschäden des Dreißigjährigen Kriegs werden nach 1655 von Kurfürst Karl Ludwig beseitigt, um das Schloss für seine Geliebte Luise von Degenfeld als Wohnsitz herzurichten. Auch die folgenden Zerstörungen im sog. Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689) vernichten zwar die Innenräume, lassen aber das Mauerwerk intakt, so dass nach 1698 schnell an einen Wiederaufbau gedacht werden kann.

Schloss Schwetzingen, Ansicht der Vorderfront

Dieser wird zwar noch vor 1700 von Kurfürst Johann Wilhelm angeordnet, zieht sich aber noch bis 1705 hin. Um das kleine Schloss, das immer noch im Wesentlichen nur aus den Bauten Ludwigs V. besteht, für die gesteigerten Ansprüche einer fürstlichen Hofhaltung auszubauen, lässt Johann Wilhelm 1710 - 1714 den Bau um zwei Ehrenhofflügel links und rechts erweitern. Um im Hauptbau des Schlosses auch die fürstlichen Appartements unterzubringen, wird dieser 1715 - 1718 durch einen Westflügel erweitert.

In diesem Zustand bleibt das Schloss das ganze 18. Jahrhundert hindurch und wird als Sommerschloss des Kurfürsten genutzt. Fehlende Festräume werden in den Zirkelsälen im Garten errichtet. Neubaupläne werden zwar entwickelt, aber nicht weiter verfolgt.

Nach dem Wegzug des Kurfürsten Carl Theodor, unter dem das Schloss seine Blütezeit erlebte, wird zwar noch am Garten weiter gebaut, das Schloss selbst ist aber nicht mehr bewohnt. In badischer Zeit bewohnen (zu unterschiedlichen Zeiten) der Großherzog und Großherzogin Stephanie das 1. Obergeschoss, die zweite (morganatische) Gemahlin des Kurfürsten und Großherzogs Karl Friedrich von Baden, die Reichsgräfin Hochberg, zwischen 1803 und 1806 das 2. Obergeschoss. Alle Räume werden dem Zeitgeschmack entsprechend umgestaltet.

Nach 1860 versinkt das Schloss in einen Dornröschenschlaf und wird nur noch selten genutzt. Nach 1918 werden die Räume des Corps de Logis als - allerdings wenig attraktives - Schlossmuseum geöffnet. Erst 1975 beginnt die Restaurierung, wobei anhand von Inventarlisten aus den Jahren 1775 und 1804 die Zustände dieser beiden Stichjahre im 1. (Rokoko) bzw. im 2. Obergeschoss (Napoleonische Zeit) zu Grunde gelegt werden.

Auf der Basis eines kleinen barocken Gartens wird ab 1748 planmäßig ein großzügiger repräsentativer Garten angelegt und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, auch nach dem Wegzug des Hofs 1778 nach München, durch einen Landschaftsgarten im englischen Stil erweitert.

Schwetzingen, Schlossgarten
ZirkelbautenZirkelbauten
Bild: Landesmedienzentrum B-W

 

Die einzelnen Elemente des Luftbildes:
im Vordergrund das Kreisrund des Gartenparterres, dahinter die Zirkelbauten, zwischen ihnen das Schloss mit der dem Garten zugewandten Westfassade.
Vom Schloss ausgehend in Richtung Heidelberg die alte Maulbeerallee.

 
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Musik zum Schloss

Karl Ditters von Dittersdorf, Die vier Weltalter, Beginn des 1. Satzes

 (wav-Datei)
 (Real-Audio-Datei)

 

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