Friedrich Schiller

 

„Die Räuber”
U-Material
Recht und Rache im Drama
Szenenanalyse IV,5
R. Safranski über "Die Räuber"
„Die Räuber" und „Michael Kohlhaas”

Kabale & Liebe
Vorgeschichte
Material
Liebesabsolutismus
Teste dich selbst! (h5p)

Friedrich Schiller 1759 - 1805


  • 10.11.1759 geb. zu Marbach als Sohn des herzöglich-württembergischen Leutnants Kaspar S. (im Siebenjährigen Krieg "Feldscher", später Hauptmann und Werber (→ Zwangsrekrutierer) für die "Heeresmacht".
  • ab 1773 auf Befehl des Herzogs Karl Eugen Besuch der Militärakademie ("Hohe Karlsschule") in Stuttgart, er studierte die Rechte, ab 1775 Medizin; trat 1780 den Dienst als Regimentsmedikus in Stuttgart an. Auf dieser Schule herrschten strenge Zucht und harter Drill!
  • 1779/80 In seinen letzten Jahren auf der Schule schreibt Schiller sein erstes Drama "Die Räuber", welches er mit geliehenem Geld 1781 in Stuttgart drucken lässt. Der Erfolg beim Lesepublikum führt zu einer zweiten Auflage, durch welche der Direktor des Mannheimer Theaters (Dalberg) darauf aufmerksam wird und
  • 1782 im Januar zur Uraufführung bringt: Der Erfolg ist überwältigend.
    "Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung, wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht." (Bericht v. Uraufführung)
    Zu dieser Aufführung war Schiller heimlich gereist (→ geritten), dies wurde dem Herzog Karl Eugen verraten und die Folge waren 14 Tage Arrest. Während des Arrests soll er mit dem nächsten Theaterstück angefangen haben, eine Geschichte voller Aufruhr und Empörung gegen die verkommene Moral des Adels und die üblen Machenschaften am Hofe: "Luise Millerin".
  • Nachdem die Entlassung aus der Hohen Karlsschule von Herzog hinausgezögert wird, flieht Schiller im September endgültig aus Württemberg und hält sich zwischen 1782 und 85 in Mannheim, in Thüringen auf dem Gut des Majors von Kalb und in Bauerbach auf dem Gut der Familie Wolzogen auf. Er lebt von weiblichen Gönnern (Charlotte von Kalb) und minimalen Honoraren. Beginn der Arbeit an den Dramen "Don Carlos" (1783) und "Fiesko", und Weiterführung der "Luise Millerin".
  • Im August 1783 liest er das Drama dem Direktor des Mannheimer Theaters vor, worauf er als "Theaterdichter" engagiert wird (Soll: Jährlich drei Stücke).
  • 1784 wird "Luise Millerin" unter dem zugkräftigeren Titel "Kabale und Liebe" veröffentlicht und in Frankfurt und Mannheim aufgeführt - mit stärkstem Erfolg. Im selben Jahr noch bekommt er Gelegenheit, in Gegenwart von Herzog Karl August aus Weimar aus dem ersten Akt seines "Don Carlos" vorzulesen, er erhält den Titel "Herzoglicher Rat".
  • 1785 Umzug nach Leipzig, dann Dresden (auf Einladung Gottfried Körners)
  • 1787/88 Aufenthalt in Weimar, jedoch sowohl der Herzog als auch Goethe sind nicht da! Schiller arbeitet über historische Themen, die "Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande". Hamburg führt den "Don Carlos" (jambische Fassung) auf, Leipzig die Prosa-Fassung. Er erhält
  • 1789 eine Professur an der Universität Jena, Antrittsvorlesung über "Universalgeschichte" (zunächst unbezahlt, dann mit minimalem Gehalt, 200 Taler jährlich, zum Vergleich betrug das Gehalt von J.G.Herder 2000 Taler). In einem Brief an Freund Körner schreibt er:
    "Dieser Mensch, dieser Goethe, ist mir einmal im Wege, und er erinnert mich so oft, dass das Schicksal mich hart behandelt hat. Wie leicht ward sein Genie von seinem Schicksal getragen, und wie muss ich bis auf diese Minute noch kämpfen! Aber ich habe noch guten Mut, und glaube an eine glückliche Revolution für die Zukunft." (9.3.1789)
  • 1790 Eheschließung mit Charlotte von Lengefeld und endlich erste Begegnung mit J.W. Goethe: Im Anschluss an einen Abend der "Naturforschenden Gesellschaft" in Jena trägt Goethe Schiller seine Ansichten von der Metamorphose der Pflanzen vor. Schillers Reaktion: "Das ist keine Erfahrung, das ist eine Idee." (Goethe: Zur Morphologie 1817)
  • 1791 schwere Erkrankung (Lungen- und Rippenfellentzündung). In gebildeten Kreisen verbreitet sich die Nachricht von Schillers Tod. Als sich dies als Falschmeldung herausstellt, erhält er aus Kopenhagen vom Herzog Friedrich Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg ein Geschenk von 3000 Talern zur Erhaltung seiner Gesundheit, wodurch er zum ersten Mal in seinem Leben finanziell relativ unabhängig leben kann.
  • 1792 "Ehrenbürger" der Französischen Republik
  • Im Juli 1794 führte eine kontrovers geführte Auseinandersetzung über die von Goethe naturwissenschaftlich begründete "Urpflanze" zur Annäherung zwischen Goethe und Schiller; es begann ein intensiver geistiger Austausch (u.a. Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe), der zu einer einzigartigen, produktiven Zusammenarbeit zweier gegensätzlicher Geister führte.
  • 1795-97 gab Schiller die "Horen", die bedeutendste Zeitschrift der Klassikerzeit, heraus. Parallel zu seinen ästhetischen Schriften ("Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen", 1795, "Über naive und sentimentalische Dichtung", 1795/96), die Wesen und Wirkung des "Schönen" und dessen Zusammenhang mit dem "Guten" reflektieren, entstanden die philosophischen Gedichte "Das Ideal und das Leben" und "Der Spaziergang". Mit Goethe schrieb er die Xenien; die Gemeinsamkeit des Schaffens setzte sich im "Balladenjahr" 1797 fort ("Der Taucher", "Die Kraniche des Ibykus"; 1798: "Der Kampf mit dem Drachen", "Die Bürgschaft"; 1799: "Das Lied von der Glocke").
  • 1799 Umzug nach Weimar und Kauf eines Hauses dank Goethes Vermittlung.
    Nach dem Abschluss seiner vieljährigen Arbeit am Wallenstein-Stoff (dramatische Trilogie: "Wallensteins Lager", "Die Piccolomini", "Wallensteins Tod") vollendete der bereits schwerkranke Schiller nahezu jährlich ein neues Drama: "Maria Stuart" (1800), "Die Jungfrau von Orléans" (1801), "Die Braut von Messina" (1803), "Wilhelm Tell" (1804). Daneben übersetzte er u.a. Shakespeares "Macbeth" (1801) und Racines "Phädra" (1805).
  • 9.5. 1805 Schillers Tod

(cc) Klaus Dautel


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