Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch das lernen muss ...

Die neue Rechtschreibung   

Regelung 2005:

  0. Beschlusslage
  1. Das EsZett
  2. Häufungen
  3. Tageszeit
  4. Höflichkeit
  5. Bindestriche
  6. Groß und klein
  7. Fremdwörter
  8. Getrennt und
      zusammen

  9. Kommata
10. Trennungen

Neuregelung
ab August 2006:

11. Kompromisse 1
12. Kompromisse 2

1. Kurz und knackig: Das scharfe s

In Deutschland und in Österreich leistet man sich einen eigenen Buchstaben, der Eszett oder Scharf-s genannt wird. Von ihm gibt es keinen Großbuchstaben und er taucht auch in deutschen KFZ-Kennzeichen nicht auf. An der Erscheinungshäufigkeit dieses Buchstabens erkennt der Interessierte aber am schnellsten, ob der vorliegende Text in alter oder in neuer Rechtschreibung verfasst ist.

Die Herkunft dieses Buchstabens hat wenig mit dessen Aussprache und schon gar nichts mit einem z zu tun. Sie rührt von den Besonderheiten der Frakturschrift her: Diese besitzt zwei Zeichen für das s, nämlich ein langgestrecktes Binnen-s und ein End-s, das unserem heutigen s ähnelt. Treffen beide aufeinander wie z.B. in dem Wort Fluss, dann schmiegen sie sich so eng aneinander, dass der Setzer dafür einen eigenen Buchstabenblock hatte, eine so genannte Ligatur. Ähnliches wird uns noch beim st begegnen, welches man ja bekanntlich nicht trennt, sonst wird man aufgehängt. Diese Zeiten sind jetzt auch vorbei.

Die Verwendung des Eszett folgt einer einfachen Regel:
Nach kurzen und betonten Vokalen wird der nachfolgende Konsonant verdoppelt, wie in rennen, essen, nippen, rollen oder schwimmen.

Die Regel wird in der neuen Rechtschreibung nun konsequent auf den s-Laut angewendet. Das wirkt sich so aus:

  1. Nach einem kurzen und betonten Vokal steht an Stelle des bisherigen ß ein Doppel-s: Genuss, Verdruss, Beschluss, Hass, Fluss, bisschen, Rösslein, Bewusstsein ...
  2. Ist der Vokal lang, dann bleibt alles beim Alten: Das Fass, aber der Fraß; der Fluss, aber das Floß;
  3. Gleiches gilt bei Doppelvokalen, so genannten Diphtongen, wie in heiß, Schweiß und Verschleiß; der Preuße bleibt Preuße und die Neiße fließt wer weiß wohin.


Rechtschreibung naturbelassen: ß oder ss?
Auch in einigen Fremdwörtern werden ab jetzt Konsonanten nach dieser Regel verdoppelt: Stopp, Tipp, Stepptanz, Tollpatsch.
Dies ist dann der Fall, wenn die Wörter sich auf eine Grundform (Infinitiv) zurückführen lassen, in der die Konsonanten auch doppelt auftreten: stoppen, tippen, steppen, herumtollen.
Dies könnte auch erklären, warum der Hit immer noch ein Hit ist und der Flop ein Flop. Oder kennen Sie den Infinitiv von Hit und Flop? Jedenfalls steht er noch nicht im Wörterbuch.

Die Schweiz hat das ß übrigens ganz abgeschafft und kennt dafür nur noch das Doppel-s. Das ist radikal und wird gelegentlich als vorbildhaft dargestellt. Es kann aber auch Verwunderung erregen, wenn z.B. aus 'Omas Idealmaßen' dann 'Omas Idealmassen' wird/werden.

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