Baden


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Das Badnerlied

 

Es ist nicht originär badisch, es scheint in Sachsen "erfunden" worden zu sein, hat aber in Baden seinen Siegeszug angetreten - das Lied, nach dem ein kein schöneres Land in Deutschland gibt als das Badner Land, das Lied, nachdem alle nur ein Ziel haben - Badner zu sein. Die Melodie ist eingängig und schmissig, entspricht sowohl der wilhelminischen Lust an Marschmusik als auch der modernen Lust an Fußballchören. Der Text wiederholt die im 19. Jahrhundert üblichen Stereotype von der Schönheit und dem Reichtum eines Landes. Aber kein "Landeslied" hat einen so durchschlagenden Erfolg erzielt, hat so viele neue Texter zu so vielen neuen Strophen inspiriert. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren es einmal um die 500, inzwischen sind es sicher mehr.

Melodie und Rythmus sind so eingängig, dass ohne große Schwierigkeiten eine Strophe eines Gedichts von Viktor von Scheffel, das die Schönheiten Heidelbergs rühmte, mit hinein rutschen konnte.
 

Der Text    

Das schönste Land in deutschen Gau'n, 
Es ist mein Badner Land; 
Es ist so herrlich anzuschaun 
Und ruht in Gottes Hand.
 
Refrain: 
Drum grüß ich dich, mein Badner Land, 
Du edle Perl im deutschen Land ! 
|: Frisch auf, frisch auf, :| 
Frisch auf, frisch auf, mein Badner Land !
2. In Karlsruh ist die Residenz, 
In Mannheim die Fabrik; 
In Rastatt ist die Festung 
Und das ist Badens Glück. 

3. In Haslach gräbt man Silbererz, 
Bei Freiburg wächst der Wein; 
Im Schwarzwald schöne Mädchen, 
Ein Badner möcht ich sein. 

4. Alt Heidelberg, du feine, 
Du Stadt an Ehren reich, 
Am Neckar und am Rheine 
Keine andre kommt dir gleich. 

5. Der Bauer und der Edelmann, 
Das liebe Militär; 
Sie sehn einander freundlich an 
Und das ist Badens Ehr! 

 gewissermaßen "inoffizielle" Strophen:
6. In Durlach wächst der Trainsoldat, 
In Maxau fließt der Rhein; 
In Rintheim frißt man Specksalat, 
Ich möcht ein Badner sein. 
7. In Konstanz ist der Rhein noch blau, 
Bei Mannheim wird er grau; 
Da fließt der Neckar in den Rhein, 
Die alte Schwabensau . 

8. Vom Odenwald zum Bodensee, 
Entlang des Rheines Strand, 
Umgrenzt von dunklen Tannenhöhn 
Liegt unser schönes Badnerland. 

9. Im Wiesental Fabriken stehn 
Wie Schlösser klar und hell, 
Rauchfahnen aus Kaminen wehn 
Von Lörrach bis nach Zell! 

10. Solang die Farben gelb-rot-gelb 
Bei uns am Maste wehn, 
Solang wird Deutschlands schönster Gau, 
Das Badnerland, nicht untergehn. 


Waltraud Linder-Beroud:
Und das ist Badens Glück!
Das Badnerlied im Kreuzfeuer der Diskussion
In: Jahrbuch des Landkreises Emmendingen für Kultur und Geschichte 13/1999 S. 207 - 221

Übernahme
Das Badnerlied ist eine textliche Übernahme ("regionale Variante") des Sachsenliedes. Sein Text besteht aus formelhaften Allgemein-Aussagen, wie sie auf viele deutsche Landschaften zutreffen

Datierung
"In verschiedenen Strophen werden entweder pauschale, d.h. zeitlich nicht fixierbare oder nicht mehr aktuelle Aussagen (z.B. Silberbergbau in Haslach) gemacht, so dass lediglich die Festungsanlage Rastatt und die Industrialisierung Mannheims für eine - annähernde - Datierung in Frage kommen. Nach den letzten Überlegungen dürfte das Badnerlied nicht von 1860/65 entstanden sein."

Tradition
Im Unterschied zum älteren Sachsenlied und anderen vergleichbaren regionalen Lobliedern errang das Badnerlied schnell große Beliebtheit als Marschlied. Seine Popularität zeigt sich im anhaltenden Zuwachs an neuen Strophen.

Die Melodien:
    Badner Lied im Arrangement F. Schüsseles:
Instrumentalversion
(mittlere Qualität, 74 KB)
Instrumentalversion ( höhere Qualität, 184 KB)
Chor der badischen Bürgermeister (mittlere Qualität, 275 KB)
Chor der badischen Bürgermeister (höhere Qualität, 345 KB)
   

 

im Detail:

weiter:

siehe auch:

eigene neue Strophen 

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