|
Vermutlich schon bald, nachdem die Römer um 70 n. Chr.
den Keil zwischen Rhein und Donau in ihren Besitz genommen
hatten,
um die Straßenverbindung
zwischen Mainz und Augsburg abzukürzen und unter ihre
Kontrolle zu bringen, dürfte sich - ähnlich wie
in Baden-Baden - in Badenweiler Badebetrieb an den warmen
Heilquellen entwickelt
haben. War für
Baden-Baden die Nähe
zum römischen
Straßburg
entscheidend, profitierte der Ort wohl von der Nachbarschaft
der Römerstadt Augusta Rauricorum, Augst. Für eine
Nutzung der Quellen in vorrömischer Zeit durch Kelten fehlen
noch die Beweise.
Die Römer errichteten hier, wohl um 100 n. Chr., ein Badegebäude
nach klassischem Zuschnitt, mit symmetrisch angeordneten
massiv
errichteten
Badebecken. Vermutlich ein Erdbeben war der Anlass, die
Anlage, die vorher schon durch Flügelbauten erweitert worden
war. durch die Einrichtung von hypokaustgeheizten Warmbädern
weiter zu ergänzen.
Aus alamannischer Zeit fehlen Belege über eine Nutzung der
Quellen, ebenso für eine Wertschätzung des Ortes während
der merowingischen und karolingischen Zeit. Allein der Lorscher
Codex erwähnt gegen Ende des 8. Jahrhunderts eine Kirche
im Ort.

Badenweiler: Das Kurhaus von 1972 mit der stauferzeitlichen
Burg Baden
Erst 1122 wird die Burg Baden im Besitz der Zähringer
erwähnt,
die wohl ein Ministerialengeschlecht, 1130 erstmals genannt,
hier ansiedeln. Dann erhält, um die Mitte des 12.
Jahrhunderts, die Zähringertochter Clementia Burg
und Ort als Mitgift in ihre Ehe mit dem Herzog von Bayern
und Sachsen, Heinrich
dem Löwen. Dort allerdings verbleiben sie nicht lange,
denn der Stauferkaiser Friedrich Barbarossa kann 1158 das
welfische Badenweiler gegen staufischen Besitz am Harz
eintauschen.
1268 findet sich die Herrschaft Badenweiler im Besitz der
Grafen von Freiburg, ob die Grafen hier nach 1245 staufische
Positionen eingenommen haben, oder ob der Ort schon gegen
Ende des 12. Jahrhunderts an die Zähringer zurückgekommen
war, lässt sich nicht entscheiden.
Die folgende Geschichte ist verwickelt und kleinteilig:
1303 erhät der Schweizer Adlige Otto von Straßberg Badenweiler
als Mitgift seiner Freiburger Frau. Von dessen Familie kommt
die Herrschaft 1364 an die Grafen von Freiburg zurück, die
sie allerdigs schnell an die Freiburger Bürger verkaufen.
Von ihnen kommt die jetzt "obere Vogteien" genannte Herrschaft,
die Betberg-Seefelden, Birkingen, Buggingen, Hügelheim, Lauffen
und Mühlheim umfasst, wieder an die Grafen zurück, die sie
zeitweilig an die Herzöge von Österreich verpfänden.
1444 schenkt Graf Johann von Freiburg, der letzte seiner
Familie, die Herrschaft seinen Neffen, den Markgrafen Rudolf
und Hugo von Hachberg, womit deren Hachberg-Sausenberg-Röttelnsches
Territorium eine wesentliche Abrundung erfährt. Mit
der übrigen Markgrafschaft Hachberg-Sausenberg fällt Badenweiler
1503 an die Markgrafen von Baden, wo es als "Obere Markgrafschaft"
an der (evangelischen) Linie Baden-Durlach gelangt.
Badebetrieb ist für Badenweiler ab 1408 anzunehmen, ein
nach der Überlieferung damals erstelltes Badehaus wurde 1867
vom badischen Staat erworben. Daraufhin wurden die Quellen
neu gefasst, ein Kurhaus errichtet und ein Kurpark angelegt.
Das 1587 errichtete markgräfliche Oberamtshaus wurde nach
der Verlegung des Oberamtssitzes nach Mühlheim (1727) 1784
renoviert und als markgräfliches Palais genutzt. Bei diesen
Arbeiten entdeckte man die Ruinen der römischen Badeanlage,
die daraufhin freigelegt und konserviert wurden. 1887/88
wurde das Palais im Stil der historistischen Neo-Renaissance
als großherzogliche Sommerresidenz umgebaut. |