Warum offene Lizenzen hier besonders wichtig sind

OERchideenfächer… What? Ich nutze den Begriff oft in Fortbildungen oder Meetings zur beruflichen Bildung. Gemeint sind seltene Ausbildungsberufe. Mein aktuelles Beispiel: Kaminbau in Bayern. Hierfür gibt es nur zwei Berufsschulen, die diesen Beruf anbieten: eine mit einem Nordost- und eine mit einem Südwestsprengel. Solche Fächer sind hochspezialisiert. Es gibt nur wenige Lehrkräfte, die sie unterrichten, und wenige Auszubildende, weshalb auch selten Schulbücher zur Verfügung stehen.

Was hat das mit freier Bildung zu tun?

Ein Lehrkräfteteam hat sich mit dem Lehrplan von 2025 auf den Weg gemacht, diesen im Team umzusetzen. Im Rahmen des Schulversuchs „Clever Clustern“ vom Bildungspakt Bayern setzen sie auch Lernortkooperationen um. Die Lehrkräfte erstellen kompetenzorientierte Unterrichtsszenarien für handlungsorientierten Unterricht. Die Szenarien werden mit den Betrieben evaluiert: Sind sie praxisrelevant? Sind sie aktuell? Die Ergebnisse und Unterrichtsmaterialien werden die Lehrkräfte über hubbs.schule anderen Schulen frei zur Verfügung stellen.
Als Feedbackgeber für die Arbeitstagung des Schulversuchs sollte ich die Lehrkräfte bei der Weiterentwicklung, z. B. im Bereich der Skalierung, unterstützen.

Dieser Arbeit bewog mich auch zu diesem Blogbeitrag!

Warum sind offene Lizenzen hier so wichtig?

Und hier durfte ich diesen offenen und kollegialen Ansatz speziell im Bereich der Lizenzierung erweitern. Denn speziell in OERchideenfächern ist der Austausch über Schulgrenzen hinweg besonders wichtig. Fachlicher und methodisch-didaktischer Austausch treibt die Unterrichtsentwicklung voran. Doch ohne freie Lizenzen ist die Weiterverwendung der Materialien nur begrenzt möglich. Um Rechtssicherheit im Rahmen des Entwicklungsprozesses von Unterricht bei OERchideenfächern zu gewährleisten, ist die Veröffentlichung unter Creative-Commons-Lizenzen empfehlenswert. Denn nur so ist eine bundesweite Vernetzung auf Plattformen wie hubbs.schule oder mundo.schule (bundesweite Projekte der FWU) überhaupt möglich.

OER-Beauftragte vor Ort

Damit dies in der täglichen schulischen Arbeit umsetzbar ist, benötigen engagierte Lehrkräfte multiprofessionelle Teams. Diese sollten im optimalen Fall neben einer mediendidaktischen auch eine OER-Beratung ermöglichen: Wie erstelle ich hochwertiges Bildungsmaterial, binde darin bestehende Unterrichtselemente ein und teile bzw. veröffentliche diese rechtskonform, mit dem Zweck einer nachhaltigen Unterrichtsentwicklung?
Diese Aufgabe sollte durch spezialisierte Kolleginnen und Kollegen niedrigschwellig vor Ort ermöglicht werden.

Von Patrick / 16. Mai 2026