Georg Büchner  Dantons Tod

Aus seinem Leben

17. Oktober 1813 Georg Büchner in Goddelau (Hessen) als ältester Sohn des Distriktsarztes und späteren Medizinalrates Ernst Karl Büchner geboren.

1831 Nach Beendigung der Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Darmstadt nimmt Büchner das Studium der Medizin in Straßburg auf. Hier in Frankreich wird er mit Programmen und organisierten Gruppen der radikalen und der frühkommunistischen Opposition gegen das "Bürgerkönigtum" Louis Philipps bekannt. Er lernt Minna Jaegle kennen.

Oktober 1833 Büchner begibt sich zur Fortsetzung des Studiums nach Gießen und besucht Lehrveranstaltungen über vergleichende Anatomie.

Frühjahr 1834 Büchner berichtet in Briefen an Minna über eine psychische Krise mit Symptomen, die eine gewisse Parallele zu dem in der Erzählung "Lenz" Dargestellten zeigen.

An die Braut, Gießen, März 1834
"... dieser Brief ist ohnedies so langweilig, wie ein Anmelden in einem vornehmen Hause: Herr Studiosus Büchner. Das ist Alles! Wie ich hier zusammenschrumpfe, ich erliege fast unter diesem Bewußtsein; ja sonst wäre es ziemlich gleichgiltig; wie man nur einen Betäubten oder Blödsinnigen beklagen mag!"

März 1834 Büchner gründet in Gießen die "Gesellschaft der Menschenrechte", einen Geheimbund von Studenten und Handwerkern, der Kontakte mit den Oppositionsgruppen um den Butzbacher Pfarrer Ludwig Weidig aufnimmt. Zusammen mit Weidig veröffentlicht Büchner den "Hessischen Landboten", eine sozialrevolutionäre Flugschrift, die sich vor allem an die Bauern wendet. Das Unternehmen wird verräten; es kommt zu Verhaftungen.

September 1834 Büchner zieht sich ins Elternhaus nach Darmstadt zurück, wo er die Geschichte der Französischen Revolution studiert und das Drama "Dantons Tod" verfasst.

An die Braut [Gießen, nach dem IO. März I834]
"... ich ließ dich warten! Schon seit einigen Tagen nehme ich jeden Augenblick die Feder in die Hand, aber es war mir unmöglich, nur ein Wort zu schreiben. Ich studierte die Geschichte der Revolution. Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte."
März 1835 Um der Verhaftung zu entgehen, flieht Büchner ins Exil nach Straßburg. "Dantons Tod", das einzige zu Lebzeiten des Dichters erschienene Werk, wird von Karl Gutzkow veröffentlicht.

Herbst 1835 Büchner erhält durch seinen Freund August Stoeber Einblick in nachgelassene Notizen und Papiere von J. M. R. Lenz sowie in den Bericht des Pfarrers J. Fr. Oberlin über den Aufenthalt Lenz' im Steintal (1778). Büchner verspricht Gutzkow für dessen Zeitschrift einen »Aufsatz« oder eine »Novelle« über Lenz. Das Manuskript bleibt jedoch, fast vollendet, liegen.

An die Familie, Straßburg im Oktober I835.
[. . .] Ich habe mir hier allerhand interessante Notizen über einen Freund Goethes, einen unglücklichen Poeten Namens Lenz verschafft, der sich glelchzeitlg mit Goethe hier aufhielt und halb verrückt wurde. Ich denke darüber einen Aufsatz in der deutschen Revue erscheinen zu lassen. (...) Jetzt noch eine Zeit lang anhaltendes Studium, und der Weg ist gebrochen. Es gibt hier Leute, die mir eine glänzende Zukunft prophezeien. Ich habe nichts dawider."

Frühjahr 1836 Büchner schreibt das Lustspiel "Leonce und Lena". Gleichzeitig verfasst er eine naturwissenschaftliche Abhandlung über das Nervensystem der Fische, mit der er den Doktortitel der Universität Zürich erwirbt. Er bereitet sich auf eine philosophische Lehrtätigkeit in Zürich vor.

24. Oktober 1836 Büchner trifft in Zürich ein. Er hält eine Probevorlesung "Über Schädelnerven", wird als Privatdozent zugelassen und beginnt seine Vorlesungen im Fach Vergleichende Anatomie. Gleichzeitig arbeitet er am "Woyzeck".

19. Februar 1837 Büchner stirbt an Typhus.

1839 August Stöber veröffentlicht Oberlins Krankheitsbericht des Dichters Lenz. Nach einer Reinschrift des unvollendeten Textes wird Büchners "Lenz" durch Karl Gutzkow im "Telegraph für Deutschland" veröffentlicht.

1879 Erste Gesamtausgabe
1895 Aufführung von "Leonce und Lena" in München
1902 "Danton" in Berlin
1913 "Woyzek" in München

Nach G.Büchner "Lenz" und Oberlins Aufzeichnungen, ausgewählt und eingeleitet von H.-D.Weber, Klett Stuttgart 1984


(cc) Klaus Dautel, 2001-13

Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.
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