Bertolt Brecht  Dreigroschenoper 

John Gay: "The Beggar's Opera" - Bertolt Brecht: "Die Dreigroschenoper"

  1. Einführung in John Gay's "The Beggar's Opera"
  2. Brechts "Dreigroschenoper"
  3. Kurzer Vergleich der beiden Werke

1. Der Autor John Gay (1685-1732)
englischer Dichter und Librettist (Librettist = Verfasser eines Librettos (ital.), eines Opern-, Operettenbuches)

"The Beggar's Opera" wurde 1728 uraufgeführt im Londoner Lincolns Inn Theatre
Der Titel bedeutete nicht, wie Übersetzer dachten, "Die Bettleroper", sondern "des Bettlers Oper", also eine Oper für Bettler
Gay schrieb sein Singspiel auf Anraten und Anregungen des irischen Schriftstellers Jonathan Swift (1667-1745); Swift schrieb politische Satiren.

Gay schrieb ein Stück, das das Großbürgertum, die Bourgeosie in England parodieren sollte
Seine Absicht war es, die gute Gesellschaft" und die Londoner Unterwelt, vertreten durch eine Bettlerorganisation, darzustellen.
Die Moral beschreibt er folgendermaßen: "high life = low life", d.h. die ganze Gesellschaft lebt nicht in Moral, sondern von Moral!

"The Beggar's Opera" ist außerdem eine Händel-Travestie und parodierte den großen Erfolg der Händelschen Oper.
Gay wurde zum Stadt-Eklogen". Diese Art Schriftsteller drückten in satirischer und moralisierender Weise die Missstände in der Gesellshhaft aus.

2. Bertolt Brechts "Oper"
Sein AnIass zur Erneuerung von Gays Werk war weniger das 200-jährige Jubiläum von dessen Oper, sondern die seit 1920 bestehende Händel-Renaissance in Deutschland
Anhänger der Neuen Musik, vor allem linksorientierte, sahen die Wiederbelebung der Opera Seria (Händelsche Oper) als einen neuen feudalistischen Kult und Händel als die Verkörperung des feudalen Hofmusikers
Folgen:
Verlust des dramatischen Inhalts der Stücke
Entfernung von Kunst und Wirklichkeit

3. Thematischer Vergleich der beiden Werke:
Brecht schildert in der "Dreigroschenoper" die kleinbürgerliche Mentalität, die in der Londoner Unterwelt zu skurriler Komik gedeiht.
Er schildert Bürgertum und Verbrecherwelt als Parodie!

Gays Oper handelt von der Gleichung zwischen high society und Verbrecherwelt. Sein Stück steckt voller Anspielungen auf Minister und Höflinge der Londoner Stadtverwaltung

Vergleich der Sprache in den Werken:
Bei Brecht sprechen die Schauspieler das gängige und geläufige Deutsch, keinen Gaunerjargon.
Bei Gay wiederum sprechen die Schauspieler die Sprache des wirklichen Lebens der Londoner Strasse

Brecht zog Gedichte und Balladen des rebellischen Schriftstellers Francois Villon (1431 in Paris; † nach 1463) hinzu, z.B. Mackies "Abbitte" oder "Die Ballade vom angenehmen Leben.".


Materialien zu einem Referat von © Sina S. LKD 13, Jan. 2001
Verwendete Lektüre: Ernst Schuhmacher, Die Dreigroschenoper (1955),
in: Bertolt Brechts Dreigroschenbuch, Suhrkamp Frankfurt 1960


© Klaus Dautel, 2001


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Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.
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