Zum Anmalen!

Deutschunterricht und Computereinsatz

GEDICHTE in KLASSE 5

In dieser Unterrichtseinheit wird versucht, die folgenden Lernziele miteinander zu verbinden:


Aufbau
  1. Einstieg mit Papier-Schnipseln
  2. Was sind Gedichte: Vier Merkmale
  3. Reimen nach Mustern: Lückengedichte und Computereinsatz
  4. Es muss nicht immer ein Reim sein: Reimloses Gedicht
  5. Schriftbilder: Schriftfamilien und Textanordnung
  6. Eigenproduktion und Computereinsatz
  7. Bilder und Vergleiche
  8. Frühlingsgefühle - eigene und berühmte

1. Schritt Reimschnipsel
Zuallererst etwas zum Ausprobieren: Das unten stehende Gedicht wird große auf ein Blatt geschrieben, 10 mal kopiert und in Reimpaare zerschnitten. Jede der 10 Gruppen erhält dann die sechs Streifen. Ein zerschnittener Foliensatz muss auch dabei sei für die Präsentation.

Ihr erhaltet einen Satz mit Papierstreifen, auf denen sich immer zwei Zeilen befinden. Die Streifen sollen zusammen ein Gedicht bilden! Euer Auftrag:
Setzt sie so zusammen, dass sie eine für euch sinnvolle Ordnung ergeben und erklärt uns diese dann am Tageslichtprojektor.

    Nachtlied

    In dem Haus, an das wir denken
    Zwitschern Vögel in den Schränken

    In den Träumen, die wir träumen
    Wachsen Sterne auf den Bäumen

    In dem Zimmer, wo wir schlafen
    Wiegen Schiffe sich im Hafen

    In der Wanduhr überm Tisch
    Schwimmt der große Messingfisch

    Haben Autos goldne Flügel
    Und die Stühle Pferdezügel

    Über unsre Betten ziehn
    Wolken weiß und leicht dahin

    Hans Georg Lenzen
    (aus "Unterwegs Lesebuch 6", Klett-Verlag S. 170)

(zurück)

2. Schritt Merkmale von Gedichten (Hefteintrag)

Aus der Präsentation der "Kompositionen" und ihrer Begründungen lässt sich dann herauskristallisieren und systematisieren, was Gedichte gegenüber anderen Texten auszeichnet. Die Ergebnisse könnten in folgender Form in das Deutschheft hineinwandern (=Diktat):

    Gedichte: Was ist das Besondere daran?
  • Sie haben eine eigene Textgestalt, denn die Zeilen sind im allgemeinen kürzer als die Blattlänge.
  • Mehrere Zeilen werden zu Strophen zusammengestellt.
  • Zeilenenden reimen sich oft nach bestimmten Mustern (paarweise, über Kreuz oder umarmend)
  • Durch die regelmäßige Abfolge von betonten und unbetonten Silben entsteht ein Rhythmus (Anm.: Den Begriff "Metrum" hebe ich für später auf. K.D.).

3. Schritt Reim- und Dichtübungen!

Einige Übungsblätter zum Reimen und Dichten (als Word-Dokument)

4. Schritt Es muss nicht immer ein REIM sein!

Nicht immer haben Gedichte alle diese Merkmale, es gibt auch welche, die sich nicht reimen und keinen sehr regelmäßigen Rhythmus haben.

Das zeigt die nächste Übung. Macht mit diesen Wortbausteinen ein Gedicht.
Jede Reihe bildet eine Zeile. Fügt nichts hinzu, sondern wählt nur aus.

    Heiß
    Lautlos
    Mittag

Die Schüler erstellen ihren eigenen Text, der präsentiert (vielleicht sogar auf Folie oder auf einem Blatt) und gewürdigt wird.
Fragestellung:
Warum ist das auch ein Gedicht?
Welche Merkmale treffen zu? Welche nicht?

Als Ergebnis dieses Unterrichts-Gespräches kann die obige Merkmal-Liste weitergeschrieben werden:

  • die Sprache von Gedichte ist verdichtete Sprache: Mit wenigen Worten soll viel ausgedrückt werden.

Die Übung "Heiß/Lautlos/Mittag" als Word-Dokument zum Ausdrucken oder für den Direkteinsatz am Computer

5. Schritt Schriftbilder - Schriftfamilien und Textgestaltung
(Basis-Informationen zur textgrafischen Gestaltung am Computer)

Der Ursprungstext soll den Schülern natürlich nicht vorenthalten werden (zu finden in "Unterwegs - Lesebuch 5" Klett Stuttgart S.76) - allerdings nur als eine mögiche Variante, nicht als "Lösung". Ich präsentiere ihn aber in vier verschiedenen Schriften und Anordnungen:

  • Ohne Serifen (z.B. Arial, Futura, Verdana, Helvetia, Geneva) , mit Serifen (z.B. Times, Garamond usw.),
  • in einer Schreibschrift oder Zierschrift (je nach dem, was auf dem Computer installiert ist)
  • in Kursivschrift, links- bzw. rechtsbündig oder zentriert:

    Die Frage ist nun:
  1. Worin unterscheiden sich die Schriften?
  2. Wie ist der Text angeordnet? Was sieht gut aus?
  3. Welche sind gut, welche weniger gut lesbar?
  4. Welche sind dem Text angemessen.
Diese Diskussion ergibt dann die wissensmäßige Voraussetzung für die textgrafische Gestaltung eigener Texte am Computer, in den hier erworbenen Kategorien (Schriften, Schriftattribute und Textanordnung) sollen die Schüler dann ihre Präsentationen erklären.

6. Schritt Eigenproduktionen und Computereinsatz

Jetzt wird es Zeit für eine offenere Aufgabenstellung:
Setze einen der folgenden Gedichtanfänge fort, verfasse mindestens zwei Strophen, halte dich an den vorgegebenen Rhythmus und verwende Reime.

    Jeden Morgen in der Früh,
    wenn ich in die Schule geh/zieh,
    ...

    Jeden Morgen um halb acht wird das Schulhaus aufgemacht, dann ...

Das ist zwar nicht sehr originell, aber auf dieser Klassenstufe sehr inspirierend und den Schülern fällt erstaunlich viel Gereimtes und Ungereimtes dazu ein.
Mit den Ergebnissen gehen wir nun in den Computerraum!

    Der Arbeitsauftrag in aller Ausführlichkeit:
  • Schreibt eure Gedichte auf je eine Seite,
  • wählt eine passende Schrift (mit oder ohne Serifen) und Textanordnung (links- oder rechtsbündig oder zentriert) .
  • Die Überschrift soll sich vom Haupttext unterscheiden, aber nicht zu sehr. (Vorsicht "WordArt"!)
  • Benutzt keine Farben!
  • Druckt das Blatt aus, gestaltet es von Hand nach (Farben und Illustrationen) und klebt es ins Deutschheft ein.
  • Ihr sollt eure Schriftwahl und Textanordnung erklären können.
    (Ein paar Faustregeln der Typografie)

7. Schritt Bilder und Vergleiche:

Gedichte haben noch ein weiteres Merkmal: Ihre Sprache ist oft bildhaft. Es werden gerne Vergleiche verwendet. So wie in diesem Gedicht, das ihr fortsetzen dürft:

Überschrift: ________________

Wir sind ja so verschieden,

    verschieden
    wie Berg und Tal,
    verschieden
    wie Freude und Qual,
    verschieden
    wie Kälte und ......
    verschieden
    wie ________________
    _________
    ________________
Wir passen ja _________ zusammen.
Zum Vergleich das Original von
Annette Kast Riedlinger:

so verschieden

wir sind ja so verschieden

    verschieden
    wie wasser und feuer
    verschieden
    wie tag und nacht
    verschieden
    wie mutter und schraube
    verschieden wie mann und frau
wir passen gut zusammen.

"So verschieden" als Word-Dokument zum Ausdrucken oder Direkteinsatz

8. Schritt Gereimte Frühlingsgefühle - eigene und berühmte

Zur Einstimmung sammeln wir Wörter und Stimmungen an der Tafel

FarbenNaturGefühleWetterSonstiges






Quellenangabe

Dann schauen wir uns Frühlingsgedichte von berühmten Dichtern an und vergleichen diese mit unseren eigenen Frühlingsgedanken:

    Weitere Beobachtungsaspekte:
  • Welches Gedicht könnte euer Lieblings-Frühlingsgedicht werden? Warum?
  • Das Reimschema: Kennzeichnet die Reime mit Buchstaben und arbeitet das Schema heraus.
  • Die äußere Gestaltung: Welche Schrift gefällt euch, ist gut lesbar und passt zum Thema?

    Verfasst jetzt selbst ein Frühlingsgedicht. Dafür könnt ihr euch eine Zeile aus den bekannten Frühlingsgedichten herausgreifen und weiterschreiben.
    Ordnet euer Gedicht entsprechend dem Reimschema in Strophen.

Danach geht es wieder in den Computerraum mit den schon bekannten Arbeitsaufträgen, diesmal aber sollen zur Abwechslung die fertigen Blätter nicht ins Heft geklebt werden, sondern zur Klassenzimmerverschönerung dienen.

Ein abschließender Hinweis: Die Arbeit am Gedicht sollte mit dem ausgedruckten Papier nicht zu Ende sein, sondern der Ausdruck sollte als Grundlage für weitere Gestaltungs-Schritte dienen: Anmalen, ausschneiden, kleben, vortragen, erläutern, kritisieren, verbessern ...

(cc) Klaus Dautel - im Frühling 2000 - ZUM e.V.

Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.
Dautels ZUM-Materialien: Google-Fuss