Lernforum Deutsch 
                   
                 Bonn

 
 

Thema: Netzkultur

Netiquette beim E-Mailing

Mit dem unerwünschten Eintreffen von Werbung per E-Mail haben wir uns auf unseren Seiten bereits beschäftigt.

Es gibt aber noch andere Unarten, gegen die jeder etwas unternehmen kann.  Zuerst ist in den USA mit neuen Benimmregeln unter dem Stichwort "Netiquette" etwas getan worden.

Der nachfolgende Beitrag ist ein Beispiel für deutsche Bemühungen um eine verbesserte Netzkultur im Alltag der elektronischen Kommunikation

G. Miklitz


 

     Netiquette beim E-Mailing

    Ratschläge zum verantwortungsvollen Einsatz des elektronischen
    Nachrichtenaustauschs (E-Mailing)

  •     Mailen Sie nur dann, wenn es der Sache dient - nicht nur so zum Spaß.

  •     Nachrichten wie "Hallo, hier bin ich" sind absolut überflüssig. 
     
  •     Beteiligen Sie sich nicht an Serienbriefen!

  •  
  •     Rundmails z.B. zu Weihnachten sind eine Unart. 

  •  
  •     E-Mailing hilft bei der raschen und formlosen Sachinformation

  •  
  •     Streit trägt man persönlich  aus,  nicht per E-Mail.

  •  
  •     Die Betreffzeile sollte zutreffend, kurz und aussagekräftig sein. 
  •     Blähen Sie Ihre Signatur nicht unnötig auf: sie sollte im Regelfall

  •     nicht größer als die  übermittelte Nachricht sein 
        (z.B. nicht länger als 5 Zeilen); sie braucht keine Informationen zu 
        enthalten, die bereits an anderer Stelle in der E-Mail stehen; 
        tolle Signaturen  ("ASCII-Malereien") nutzen sich im 
        Wiederholungsfall in ihrer Wirkung ohnehin stark ab;
        sie stellen eine unnötige Basislast dar. 
     
  •     Wenn Sie eine Nachricht beantworten, zitieren Sie nur die Stellen

  •     ("quoten"), auf die Sie  sich beziehen. Auch wenn es noch so
        bequem geht: Das komplette Wiederholen einer  Nachricht ist 
        unhöflich gegenüber dem Empfänger und aufwendig für das Netz
  •     Gehen Sie sparsam bzw. nur ganz gezielt mit Smileys um 

  •     (wie z. B. :-) für "Ich freue  mich"). Diese verlieren bei zu häufigem
        Gebrauch stark an Wirkung.
     
  •     Machen Sie Gebrauch von Groß- und Kleinschreibung

  •     für das E-Mail gibt es keine neuen  Deutschregeln. 
        WER IN GROSSBUCHSTABEN SCHREIBT, DER SCHREIT! 
  •     Nehmen Sie Rücksicht auf weniger Versierte: Nutzen Sie neue

  •     oder raffinierte Techniken  nur dann, wenn Sie sicher sind, 
        daß der Empfänger damit klarkommt. Das gilt  insbesondere für das
        Einbeziehen von vorbereiteten Dateien, die Darstellung von
        nationalen Sonderzeichen (Umlauten), Verschlüsseln von 
        Nachrichtenteilen, Senden von  Sprechnachrichten oder - generell - 
        Multimedia-Dokumenten. 
  •     Vergewissern Sie sich vor dem ersten Mail an einen neuen Partner 

  •     darüber, daß die Mailanschrift korrekt ist. 
     
  •     Berücksichtigen Sie bei wichtigen Angelegenheiten,  daß E-Mailing

  •  

     

                - noch immer nicht zuverlässig funktioniert: 
                  Wenn Sie eine wichtige Nachricht versenden, 
                  kündigen Sie sie per Telefon an; 
                  wenn Sie eine erhalten, bestätigen Sie deren Empfang. 

                - nicht für vertrauliche Kommunikation geeignet ist:
                  Solche Informationen sollten Sie nur verschlüsselt übertragen,
                  da viele viele mitlesen können. 

    Natürlich gelten beim E-Mailing auch die Grundsätze, die für die Korrespondenz im allgemeinen gelten, wie z.B.: 
     

  • Schreiben Sie niemals im Affekt. Lesen Sie die Nachricht erst noch einmal durch, bevor  Sie sie abschicken. 
  • Vermeiden Sie Ironie: die wird leicht falsch verstanden.
  • Seien Sie höflich. Die Leichtigkeit und Schnelligkeit des Mediums

  • rechtfertigen nicht hemdsärmelige oder gar unfreundliche Umgangsformen. Wenn Sie Ihren Partner nicht  kennen, sollten Sie ihn weder umarmen noch abwehren (wobei er bestimmt, wie Ihre
    Nachricht auf ihn wirkt). 
     
  • Erwecken Sie mit Inhalt, Ausdruck oder Form Ihrer Nachricht keine

  • Erwartungen, die Sie nicht erfüllen können. 
     
  • Nicht jeder Satz muß deutlich machen, daß Sie der unübertroffene Experte auf Ihrem  Gebiet sind; vermeiden Sie z. B. unnötige Fachbegriffe und Akronyme. 

  •  
  • Seien Sie tolerant gegenüber Mängeln eines Partners: z.B. bezüglich Rechtschreibung, Grammatik, Ausdruck oder Mail-Gewohnheiten. Reiben Sie ihm Fehler nicht unter die Nase.
  • Bedenken Sie ganz allgemein: Ihre Nachricht ist Ihre Visitenkarte. Sie verrät mehr über Ihre Person, als Sie ahnen. 


        G. Schwichtenberg
 

E-Mail: g.schwichtenberg@hrz.uni-dortmund.de 

                                      Wir danken Herrn G. Schwichtenberg für die Genehmigung,

     den Text  von seinen Internetseiten zu übernehmen.
 

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