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3. Evolution
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3.2.3 Phylogenie
Die gesamten biologischen Ergebnisse passen zu den Erfahrungen der Geologen bei der Analyse der geologischen Schichtungen wieder und auch die geographische Verbreitung der Lebewesen gibt uns Hinweise für Evolution auf unserem Planeten. Aus unserer heutigen Sicht muß es Evolution auf 3 Ebenen gegeben haben:
Betrachten wir nun die heute lebenden Organismen mit den Reichen:
und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit anhand von den weltweit gefundenen Fossilien. Seit Carl von Linné (1753) ordnet man die Organismen nach Verwandschaft taxonomisch z. B. Tiere: oder Pflanzen:
oder den Mensch:
Grundannahme ist dabei das Ereignis der Artspaltung, indem eine Population in zwei Schwesterpopulationen geteilt wird, die sich dann evolutiv zu neuen, reproduktiv gegeneinander isolierten Arten weiterentwickeln. Die von Hennig entwickelte Methode besteht in der Suche und Feststellung des Schwestertaxons für ein bestimmtes Taxon (eine benannte Gruppe von Organismen).
Die grafische Darstellung nennt man Cladogramm. Nachfolgend ein Cladogramm der Wirbeltiere:
Das Prinzip läßt sich ebenfalls am nachfolgenden Cladogramm erkennen (unten rechts), ein Beispiel aus der Tetrapoden-Entwicklung. (Vierfüßler)
Sie waren wie die ersten Landpflanzen für ihre Vermehrung an das Wasser gebunden. Sie hatten wie die meisten Fische externe Befruchtung und legten Eier ins Wasser, aus dem eine aquatische Larve wurde. Die Larve wandelte sich in ein landlebendes Erwachsenenstadium um. Im Carbon entwickelten einige Tetrapoden das amniotische Ei. Es besaß eine Kalkschale, die Gase durchließ und von der Mutter gebildet wurde. Das amniotische Ei ist ein wichtiges taxonomisches Merkmal der Amniota, zu der wir genauso wie die Dinosurier und die Vögel gehören. Ein bezeichnendes Merkmal für die Verwandschaft innerhalb der Amnioten sind Löcher im Schädel sogenannte Fenestren (=Fenster). Eine Schädelform mit 2 Schläfenfenstern (temporal) nennt man Diapsid. Wir können dieses Merkmal als charakteristisch in der Gruppe der Tetrapoden annehmen, was zu dem Cladogramm oben führt. Weitere Stammbäume und Cladogramme:
Solche Cladogramme lassen sich ebenfalls auf molekularer Ebene erzeugen indem man z.B die Genome der Organismen vergleicht, was dann ebenfalls zu einem Stammbaum führt. (molekulare Phylogenie)
Ein bekanntes Beispiel ist das Cytochrom C, ein Protein der Zellatmung. Die Cytochrom C-Protein des Menschen und Schimpansen sind identisch. Zwischen dem Mensch und der Klapperschlange gibt es 80% Übereinstimmung und nur 44% zwischen dem Mensch und Hefe. Dies läßt sich ebenfalls so erklären, daß der gemeinsame Vorfahre des Menschen und Schimpansen relative jung ist, der Vorfahr von Mensch und Klapperschlange schon viel älter und noch weiter reicht der Vorfahr von Mensch und Hefe zurück. Erstellt man ein Cladogramm aufgrund der Genomunterschiede der Organismen kommt man zu folgendem Stammbaum:
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Mit dieser Methode konnte man die Stammbäume der vergleichenden Anatomie im Wesentlichen bestätigen bzw. ergänzen und im Detail korrigieren. Dabei wurde angenommen, daß die Anzahl der Sequenzunterschiede um so größer ist, je länger die Evolution zweier Organismen aus einem gemeinsamen Vorfahren gedauert hat. Ein wesentliche Hilfe zur Bestimmung des Evolutionsabstandes war der Sequenzvergleich der 16s rRNA verschiedener Spezies. Dieses Molekül hat sich bezüglich seiner Funktion seit der Entstehung der Zellen praktisch nicht verändert. Die 16s rRNA-Moleküle besitzen Bereiche, die bei verschiedenen Spezies stark unterschiedlich und andere die kaum verschieden sind. Folgende Erkenntnisse wurden gewonnen: (1) Es gibt 2 Typen von prokaryontischen Zellen, die Bakterien und die Archäbakterien; sie sind genauso verschieden, wie die Pro- und die Eukaryonten. (2) Die verschiedenen Entwicklungslinien besaßen unterschiedliche Evolutionsraten; die Archäa haben sich relativ langsam entwickelt, die Eukaryonten relativ schnell. (3) Eukaryotische Mitochondrien und Chloroplasten stammen von endosymbiotischen Bakterien ab. (siehe Endosymbiontentheorie) |
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Weiterführende Quellen:
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