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Neben der Nukleinsäure DNA als Träger der Erbinformation ist noch RNA (= Ribonukleinsäure) an den molekularen Prozessen um die Erbinformation beteiligt. Sie kommt in der Zelle in 3 Formen vor:
Alle drei RNA-Sorten sind an der Realisierung der genetischen Information beteiligt, also an der Umsetzung der Gene in Stoffwechsel. Den Gedanke, daß die Erbinformation etwas mit dem Stoffwechsel zu tun hat, äußerte Archibald Garrod 1902 zum ersten mal. George Beadle und Edward Tatum bewiesen um 1940 diesen Zusammenhang und stellten die "Ein-GEN ein ENZYM-Hypothese" auf. Sie benutzten Röntgenstrahlen, um beim Pilz Neurospora Mutationen hervorzurufen. Diese betrafen einzelne Gene und einzelne Enzyme in einem speziellen Stoffwechselweg. Für ihre Forschungsergebnisse erhielten sie 1958 den Nobelpreis. Genaueres über das Experiment und die Nobelpreisträger ist in den Quellen zu erfahren. Heute hat man diese Hypothese in "Ein-Gen-ein-Polypetid" umbenannt, denn viele Proteine wie z.B. Hämoglobin bestehen aus mehreren Polypeptidketten. Das heißt:
Die DNA im Zellkern arbeitet also mit den Ribosomen im Zytoplasma zusammen, denn dort werden die Proteine hergestellt. Wie kommt nun die Information der DNA aus der Zelle und wird in Proteine umgesetzt? Den grundsätzlichen Zusammenhang stellt die nächste Abbildung her.
Schon F. Crick hat 1953 den Informationsfluß aus der DNA über RNA zu den Ribosomen als zentrales Dogma der Molekularbiologie aufgestellt. Ribonukleinsäure (RNA), die sowohl im Zellkern wie auch im Cytoplasma vorkommt, übernimmt die Überträgerrolle der genetischen Information zu den Proteinen. Man unterscheidet 2 Vorgänge:
Die Ribosomen, die zu 2/3 aus RNA, genauer rRNA bestehen sind der Ort der Proteinbiosynthese. Um Eiweiße herstellen zu können, braucht die Zelle Aminosäuren. Sie erhält sie aus der Nahrung. t-RNA-Moleküle übernehmen den Transport im Zytoplasma zu den Ribosomen. Der Genetische Code Mit Hilfe der Ribosomen wird die "Sprache der Gene" in die "Sprache der Proteine" umgesetzt. Sprachen oder Schriften besitzen als Elemente Zeichen, Buchstaben und Sonderzeichen. Die deutsche Sprache besteht aus 26 Buchstaben, Umlaute nicht mitgerechnet. Die Maschinensprache der Computer besteht aus 2 Zeichen: 0 und 1. Bei beiden werden in Kombinationen der Zeichen, also Wörtern und Sätzen Information gespeichert. Die Proteinsprache besteht aus 22 Buchstaben, den Aminosäuren. In der Sequenz ist die Information zur spezifischen räumlichen Struktur enthalten, die dem Protein eine spezifische Funktion verleiht. Die genetische Sprache besitzt 4 Buchstaben: Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin. Was liegt also näher, als ebenfalls in der Kombination der Basen die genetische Information zu vermuten. Die Frage war in den 50er Jahren nur: Wie lange ist ein genetisches Wort und welche Basenkombination entspricht einer Aminosäure? Mit einer Base könnte man maximal 4 Aminosäuren verschlüsseln, zu wenig. Die Kombination von 2 Basen ergibt 42 Möglichkeiten d.h. 16 Varianten, also immer noch zu wenig. Bei mindestens 3 Basen in Kombination hätte man die Möglichkeit, alle 22 Aminosäuren zu verschlüsseln, maximal 43 = 64 Kombinationsmöglichkeiten. Dies wurde zu Beginn der 60er Jahre von Marshall
Nirenberg und Heinrich Matthaei (Nobelpreis 1968) getestet. Sie
gaben in 20 Teströhrchen mit E.Coli-Zellfragmenten mit jeweils einer
bestimmten Aminosäure eine Poly-U- RNA. In einem Reaktionsansatz
entstand ein Polypeptid, das nur aus Phenylalanin bestand. Dabei fanden
Sie, daß eine Kombination von 3 Basen, ein Triplett
die Information für eine Aminosäure enthielt. Da an den Ribosomen
die zur DNA komplementäre mRNA verwendet wird, ist das entsprechende
Codogen in der DNA für Phe AAA, das Codon der mRNA UUU.
Man fand 61 für Aminosäuren codierende Tripletts und 3 Terminator oder Stop-Codogene für die es keine Aminosäure gibt. Deshalb bricht hier die Proteinsynthese ab, man spricht auch von Nonsens-Codonen. Die mRNA-Sequenz ist: UAA, UAG und UGA.
Da an den Ribosomen der genetische Code in Form der mRNA übersetzt wird, gibt man den genetischen Code als mRNA-Code in Form der Codone an. Eine tabellarische Zusammenstellung findet man unten. Z.B. bedeutet Isoleucin AUU, AUC oder AUA. Da für eine Aminosäure mehrere Codone zutreffen, nennt man den gentischen Code degeneriert. Diese Zuordnung der Aminosäuren hat man bei
allen Lebewesen gefunden, deshalb bezeichnet man den genetischen Code
als universell.
Nur in den Mitochondrien und Chloroplasten bzw. den Archäbakterien
trifft man auf teilweise andere Codierungen. Der Code ist auch überlappungsfrei, d.h. die Sequenz eines Gens wird nicht teilweise von einem anderen benützt. Ein Ausschnitt aus einem Gen könnte so aussehen:
Wie sieht nun die tatsächliche Nukleotidsequenz
eines Gens aus? Dies ist für Bakterien und Eukaryonten unterschiedlich.
Bei Bakterien besteht die komplette DNA aus Genen, die die Information
zur Herstellung von Proteinen enthalten.
Am Beispiel des Muskelproteins Tropomyosin sieht man die Exons und Introns in einem eukaryontischen Gen.
Tropomyosin ist ein stäbchenförmiges Molekül (ca. 400 Å lang und 20 Å breit). Es besteht aus 2 parallel angeordneten a-Helices. VieleTropomyosin- Moleküle lagern sich eweils kopf- und schwanzseitig aneinander. Ein Skellettmuskel besteht zu 3% aus Tropomyosin.
3.3.1 Modellhafter Ablauf von Transkription und Translation Um nun aus dem Bauplan in der DNA ein Protein herzustellen wird in einem komplizierten Vorgang zunächst das Gen im Zellkern abgeschrieben. Dazu wird eine Kopie der codogenen Basensequenz der Doppelhelix angefertigt. (codogener Strang = der Strang der das Gen enthält) Den Vorgang nennt man Transkription. Diese Kopie, m-RNA genannt wandert dann aus dem Kern ins Zytoplasma zu den Ribosomen. Dort wird die Basensequenz in die entsprechende Proteinsequenz übersetzt und ein Protein hergestellt. Dies nennt man Translation.
Transkription Die Transcription läuft in 3 Schritten ab:
1. Initiation Zum Abschreiben des Gens bindet der RNA-Polymerasekomplex an eine bestimmte Stelle, den Promotor. Dazu sind verschiedene Faktoren wie z.B. der Sigmafaktor notwendig. Die nachfolgende Stelle wird nun entschraubt und die Bildung einer komplementären Nukleotidsequenz als mRNA ( messenger RNA) ab dem Startcodon beginnt. 2. Elongation Der gesamte Transsriptionskomplex samt entstehender mRNA wandert in 5´ - 3´- Richtung entlang dem Gen, wobei das Gen sozusagen komplementär abgeschrieben wird. 3. Termination Beim Erreichen einer Stopsequenz mit einem Terminatorcodon wird die Abschrift beendet. Der RNA-Polymerasekomplex fällt von der DNA ab. In Prokaryonten wird diese mRNA direkt von den Robosomen als Matrize benutzt um daraus das entsprechnde Protein (=Translation) herzustellen. In Eukaryonten wird das primäre Transcript (= prä - mRNA) noch bearbeitet und dabei in die zur Translation notwendige mRNA umgewandelt. Dieser Umwandlungsvorgang der prä -mRNA in mRNA bei Eukaryonten besteht aus Capping, Polyadenylierung und Splicing (Spleißen) . Bearbeitung der der prä - mRNA bei Eukaryonten Capping: Nach der Transcription wird die prä-m-RNA am 5´-Ende mit einer Kappe (= Cap) versehen (= Capping). Dabei wird eine spezielles Nukleotid (7-Methyl-Guanosin) in einer 5'-5' Bindung an das 5´-Ende der prä-mRNA gebunden. Polyadenylierung: An das 3´-Ende werden zwischen 20 und 250 Adenin-Nukleotide angefügt. (= Poly-A-Schwanz).
Splicing: Danach werden die durch einen Komplex (= Spliceosom) aus Proteinen und speziellen RNAs (= snRNAs) die Introns herausgeschnitten und die Exons zusammengefügt. |
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Weiterführende Quellen: |