Schablonen zum Thema "Hampelmann"
von Reinhard von Tümpling

 

 

Alle Kollegen kennen den Hampelmann, er wird aber gerne vergessen in der Unterrichtsarbeit, weil er oft gering geachtet wird.

Er gelingt meist auf Anhieb, hat reizvolle Aspekte in der Ausgestaltung und stellt oft eine Bereicherung des Unterrichts dar. Er lässt sich im Stoffverteilungsplan jahreszeitlich einbauen und findet oft an Weihnachten und vor Beginn der großen Ferien seinen sinnvollen Einsatz in der 5. oder der 6. Jahrgangsstufe.

Ich gehe davon aus, dass die Montage der Fäden (zwei Brückenfäden, ein Zugfaden) kein Problem darstellt. Wer von den Schülern mag, kann zwei getrennte Fäden verwenden, einen für die Arme und einen für die Beine. Tüftler und Bastler könnten bei entsprechenden den Faden umlenkenden Zusatzbolzen auf der Rückseite aber auch vier getrennte Fäden anbringen.

Weiter ist die Verwendung als einzelne Stabpuppe im Theaterspiel möglich, die von zwei Schülern bewegt werden müsste.

Wer sich weiter mit dem Kernproblem der Hebelmechanik beschäftigen möchte, sei auf den Verlag >Scheuer und Strüver< in Hamburg hingewiesen. Dort werden lustige Kartonmodelle zur Hebelmechanik angeboten.

Reizvoll ist auch der Hinweis zum Schattenspiel. Mit Pappestreifen können Modelle zur Hebelmechanik gebaut werden. Auf dem ebenflächigen Tageslichtprojektor lassen sich so bewegte fantasievolle und -erfordernde Geschichten erzählen.

Ich biete hier zwei Modelle an.
Es empfiehlt sich die Arbeit an der Dekupiersäge.

Reinhard von Tümpling, 2001

 

 

Die Bilder hampl1.jpg hampl2.jpg hampl3.jpg hampl4.jpg sind so gestaltet, dass auch mit kleinen Stücken Pappelsperrholz in 3 mm Dicke noch Reste verarbeitet werden können. Sie stellen einen Lederhosenseppl dar, der aber jederzeit (auch für eine andere Rolle) anders ausgestaltet werden könnte und keinesfalls brauchtumsmäßig abwertend gemeint ist - im Gegenteil.

 

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Die Bilder hampl5.jpg hampl6.jpg hampl7.jpg stellen einen Weihnachtsmann dar. Er scheint
bildnerisch einfacher zu sein als globale Ikone, bietet aber auch jederzeit gestalterische Abwandlungsmöglichkeiten.

 

 

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Wer die Figuren aus Kostengründen in dicker Graupappe durcharbeiten möchte, sei gewarnt: Graupappe ist unter ca. 2 mm Dicke nicht stabil genug und lässt sich nur trübe bemalen.

 

 

Der Hampelmann scheint im Hinblick auf die Arbeits- und Unterrichtsvorbereitung sehr zeitaufwändig zu sein.
Das ist bei der Verwendung der Dekupiersäge nicht so. Das Sägen und Bohren von mehrfachen Stapellagen ergibt einen erheblichen Gewinn an Zeit und sicherer Maßhaltigkeit. Viele Enttäuschungen bei Schülern können vermieden werden, weil sie immer wieder die Bohrungen falsch setzen oder vertauschen und dann mit der Geometrie der Fädenzüge auf der Rückseite nicht klar kommen.
Für die Ausgestaltung der beiden Hampelmänner gibt es viele Möglichkeiten im gestalterischen Bereich. Die Arbeit kann bei entsprechender Vorbereitung im Klassenzimmer durchgeführt werden und braucht etwa 4 Doppelstunden.

 

 

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das Bild zeigt das Ausbohren von Scheiben, die als Distanz- oder Abschlussscheiben für die Gelenke nötig sind.

Die Bohrmaschine wegen des Kraftbedarfs auf die langsamste Drehzahl stellen, das scharf geschliffene Henkellocheisen einspannen, als Unterlage ein Hartholzbrett nehmen. Das Henkellocheisen benötigt einen angedrehten zylindrischen Schaft zum Einspannen (auf Rundlauf achten).
In einem Werkzeug-Hub können 7-8 Lagen dünne Graupappe (am Rand verleimte Stapellage) mit dem scharfen Henkellocheisen ausgebohrt werden; oder 3-4 Lagen am Rand verleimtes Pappelsperrholz 3 mm.

Ebenso ist es möglich, farbiges Tonpapier oder Fotokarton als Scheiben auszuschneiden. Damit sind serielle Gestaltungen für den Bereich der Op-Art, Vasarely o. dgl. möglich.
Achtung: das scharfe Henkellocheisen neigt zum Wegreißen des dünnen Tonpapiers, mit den Fingern am Rand gut fest halten.
Es ist auch möglich, recht sauber ausgeschnittene Sperrholzscheiben in einfacher Lage zu bekommen, mit denen Mühle-Spielsteine o. dgl. hergestellt werden können. Kleinste Sperrholzreste finden so noch sinnvolle Verwendung.

Achtung: wegen der Reibungshitze werden die Scheiben heiß. Unterlage benutzen; das Locheisen muss ins Hartholzbrettchen schneiden.

 

 

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Das Bild zeigt das Ausbohren der Distanz- oder Abschlussscheiben.

Ich verwende einen exzentrisch spannenden Bohrschraubstock und feste Anschläge. Mit einem Hebelhub wird die bewegliche Backe mit dem Spannholz geöffnet und angepresst.
Das Spannholz ist mit dem Forstnerbohrer flach angesenkt und mittig geschlitzt. Auf der einen hinteren Seite des Spannholzes befndet sich ein Gummiband, das beim Öffnen der beweglichen Schraubstockbacke auch das Werkstück frei gibt. Das Ausbohren der Scheiben ist zeitaufwändig und erzeugt auf der Austrittsseite des Bohrers einen Grat, ergibt aber bei genauer Einstellung des Bohrtisches eine hohe Wiederholgenauigkeit.

 

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Das Bild zeigt die wesentliche Vereinfachung der Arbeit.

Mit der Edel- Handlochzange stanzt man besser das 3-er Loch maßgenau und fast ohne Gratbildung auf der Unterseite in die 3 mm dicken Distanzscheiben. Die Edel-Handlochzange wird im besseren Werkzeug-Fachhandel (Stanzenhersteller "Mubea") oder von Technik LPE (69401 Eberbach) vertrieben. Die einmalige Anschaffung lohnt sich auf Dauer! Der nutzbare Stempelhub beträgt 3 mm, Stahlblech kann bis 6 mm Durchmesser gestanzt werden. Ein kräftiger Schüler der 9. Jgst. kann gerade noch in Stahl mit 3 mm Dicke ein 4-er Loch stanzen. Der Gebrauch ist für Schüler absolut ungefährlich. Nicht einmal ein Schüler der 5. Jahrgangssstufe bekommt seinen kleinen Finger mit Absicht zwischen Stempel, Matritze und Niederhalter!

Die 3-er Buchenholzrundstäbe für die Gelenke können mit dem Seitenschneider in ca. 1,5 cm lange Gelenkbolzen abgezwickt werden. Die Gratbildung ist ohne Belang für den Zusammenbau des Hampelmanns.
Die Gelenkbolzen haben herstellerseitig ca. 3,2- 3,4 mm Durchmesser und passen mit Handdruck leicht in eine 2,9 mm Durchmesser große Bohrung. Ein Tropfen Leim auf der Rückseite des Werkstücks sichert den Bolzen.

Teile, Scheiben und Bolzen können von einem Schüler der 5. Jgst. ohne Probleme zusammen gebaut werden.

Die Oberfläche des Sägeschnittes bei stapelgesägten Teilen ergibt beim untersten Teil immer eine Gratbildung. Es empfiehlt sich, das Werkstück kurz an einer Schleifscheibe vom Grat zu befreien.

 

 

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Weil die Distanzscheiben immer außermittig gestanzt werden, drehe ich noch auf einem 2,8 mm Durchmesser betragenden Dorn die Scheiben am Umfang ab. Ein Anschlaglineal verhindert, dass der Stahl ins Dreibackenfutter läuft. Ein Rohrstückchen auf dem Rollkörner der Pinole spannt die Scheiben fest zwischen dem aktiv mitnehmendem Futter und der passiv mitlaufenden (aber anpressenden) Pinole. Auf diese Arbeit könnte allgemein verzichtet werden, weil die Scheiben sowieso übermalt werden.

 

 

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Die Ergebnisse zeigen durchaus die Schwierigkeit für den Schüler, die Teile richtig zusammen zu fügen:

Die beiden Brückenfäden gelingen durchaus im Hinblick auf Länge und richtige Funktion. Schwieriger ist trotz Tafelzeichnung die richtige Montage der Teile: die Oberarme und Oberschenkelteile werden links und rechts vertauscht.
Die Gelenkbohrung und die Fadenbohrung werden funktionell sukzessive aufgefasst; die Fadenbohrung muss oben und innen sein, damit der Brückenfaden als Hebel wirken kann.

 

 

 

 

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