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Deutscher Kolonial-Atlas mit Jahrbuch 1918, herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft. Berlin 1918
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Die Deutschen Schutzgebiete im Stillen Ozean.
1. Deutsch-Neuguinea (S.
25)
Das ganze Schutzgebiet hat eine Fläche von 242.500 qkm, 1178 weiße und schätzungsweise
600.000 farbige Bewohner. Zuverlässige Angaben über ihre Zahl sind nach
amtlicher Angabe auf Jahre hinaus nicht möglich.
a. Der Bismarck-Archipel.
Größe : Ungefähr 61.000 qkm (= 2/3 Bayern). Die Hauptinseln des
Bismarck-Archipels sind die durch den Dt. Georgs-Kanal getrennten Inseln
Neu-Pommern mit der Gazelle-Halbinsel und Neu-Mecklenburg, ferner
Neu-Hannover, sowie vor der die Gazelle-Halbinsel ausbuchtenden Blanche-Bai
Neu-Lauenburg. In der Bai selber das kleine Eiland Matupi, wo zuerst am 3.
November 1884 die Flagge gehißt wurde. Im Nordwesten die Admiralitätsinseln
(die größte Manus, kleinere Hermit-Inseln (S. 26), Ninigo-Inseln, sowie Maty
und Durour). Von den Salomon-Inseln die nördlichen Buka und Bougainville, die
besonders als Anwerbegebiet für Arbeitskräfte eine Rolle spielen. Die südöstlich
davon gelegenen Inseln sind durch Abkommen von 1899 britisch.
Bevölkerung : Die farbige wird auf annähernd 200.000 Einwohner
veranschlagt (Melanesier oder Papua). Im Bezirke Gazelle-Halbinsel wurden gezählt
28.718, in Neu-Lauenburg 2969, auf den Witu-Inseln 1356. In den übrigen
Bezirken des Schutzgebietes ist die eingeborene Bevölkerung teils durch Schätzung
allein, teils durch Schätzung und Zählung ermittelt worden in Baining mit
5000, Neu-Pommern mit 50.000, Neu-Mecklenburg-Nord und Neu-Hannover mit
28.000, Neu-Mecklenburg-Süd mit 27.000, St. Matthias mit 3000, Admiralitätsinseln
mit 10.000, Salomoninseln mit 33.000. Die europäische Bevölkerung betrug
1904 : 318 Weiße, darunter 203 Deutsche, 1905 : 335 Europäer, darunter 233
Deutsche, 1906 : 383 Weiße, darunter 267 Deutsche, 1907 : 360 Weiße, davon
255 Deutsche und 100 erwachsene Frauen. 1908 : 463 Weiße, davon 364 Deutsche
und 105 weiblichen Geschlechts. 1910 : 510, darunter 118 weiblichen
Geschlechts, 1911 : 563 Weiße, wovon 402 Deutsche und 94 weiblichen
Geschlechts. 1913 : 685, davon 482 Deutsche und 134 erwachsene Frauen. Ferner
einige hundert nicht einheimische Farbige (Chinesen (im ganzen Schutzgebiete
1141), Malayen, nicht eingeborene Südseeinsulaner).
Bodengestalt und Bewässerung : Sämtliche Inseln sind gebirgig. Auf
Neu-Mecklenburg Berge bis zu einer Höhe von 1200 m. Auf der Gazelle-Halbinsel
die Vulkane Mutter mit Nordtochter und Südtochter. Neu-Pommern hat zahlreiche
Küstenflüsse; Holmesfluß auf der Gazelle-Halbinsel. Auf Bougainville das
Kaisergebirge mit dem dreigipfeligen Balbiberg (3067 m).
Klima : Der Archipel hat ein durch die Meeresumgebung gemildertes
Tropenklima. Mittlere Jahrestemperatur 26 Grad. Geringster Regenfall zumeist
Juli bis Oktober. Erdbeben sind häufig, aber ungefährlich.
Pflanzenwelt : (Dieser und die nächsten Abschnitte gelten auch für
Kaiser-Wilhelmsland). Besonders üppige Vegetation. Dichter Wald mit
schlanken, von Lianen umwundenen Bäumen. Guttapercha-Vorkommen. In größeren
Höhen baumfreie Grassteppen. Kulturpflanzen : Kokospalme, dagegen Kautschuk,
Kakao und Baumwolle erst im Versuchsstadium. Kaffee und Tabak ohne Bedeutung.
Tierwelt : Keine Raubtiere, keine Affen, d. h. eine australische Fauna,
z.B. Beuteltiere. - Paradiesvogel, schönster Vertreter einer sehr bunten
Vogelwelt. Von Meerestieren seien Perlmuttermuscheln erwähnt und Holothurus
(Trepang).
Mineralien : Auf Neu-Mecklenburg an verschiedenen Stellen Kohle
gefunden, aber noch nicht auf Abbaufähigkeit untersucht. In
Kaiser-Wilhelms-Land an der deutsch-britischen Grenze (Herkules-Fluß) abbauwürdige
Vorkommen von Schwemmgold und in der Nähe des Kaiserin-Augusta-Flusses von
Erdöl.
Handel und Verkehr : Kopra, etwas Kautschuk und Guttapercha, Kakao und
Kaffee, Steinnüsse, Trepang, Perlmutter, Schildpatt, Paradiesvögelbälge.
Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen auf Seite 10.
Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel und Fleisch, Garne und Gewebe, Metalle
und Metallwaren, Tabak, Getränke, Kohlen usw.
Schiffsverkehr : 245 Dampfer und 104 Segler liefen 1908 die Häfen
Herbertshöhe, Simpsonhafen, Käwieng, Namatanai und Kieta (Bougainville) des
Bismarck-Archipels an mit rund 243.000 Reg.-Tons; Friedrich-Wilhelmshafen in
Kaiser-Wilhelmsland besuchten 71 Dampfer mit 84.000 Registertonnen, 1909 : 476
Schiffe mit 400.000 Registertonnen, 1911 : 576 mit 431.000 Registertonnen,
1912 : 634 Schiffe mit 503.000 Registertonnen.
Post- und Telegraphie : Ende 1913 : 14 Anstalten, darunter 2 mit
Telegraphenbetrieb und Ortsfernsprecheinrichtungen, 31 km
Landtelegraphenlinien. Verkehr 1912 : 324.000 Briefsendungen, 9866
Postanweisungen mit 1.902.483 Mk., 5137 Pakete, 136.000 Zeitungen, 32
Telegramme, 49.178 Gespräche. Postverbindungen über Hongkong bzw. Sydney
alle 4 Wochen; über Singapore alle 8 Wochen. Beförderungsdauer Berlin-Rabaul
44-48 Tage. Nach den Karolinen zweimal alle 16 Wochen, außerdem nur nach Jap
über Hongkong bzw. Sydney alle 4 Wochen. Beförderungsdauer Berlin-Jap 38-60
Tage. Telegramme : telegraphisch nach Jap oder Nauru (Marshall-Inseln) oder
Sydney, von da weiter mit der Post. Telegrammgebühr für das Wort nach Jap
4,40 Mk., nach Sydney 3,10 Mk., nach Nauru 4,90 Mk. Außerdem 1
Funkentelegraphenstation in Bitapaka.
Verwaltung : Sitz des Kaiserlichen Gouverneurs und Bezirksamt : Rabaul
am Simpsonhafen (früher Herbertshöhe). (Gouverneur seit 1918 Geh. Rat
Haber). Stationen : Manus, Käwieng, Namatanai, Kieta, Herbertshöhe. Andere
Hauptplätze : Matupi, Raluana und Muliama. Farbige Polizeitruppe für ganz
Neuguinea 597 Mann.
b. Kaiser-Wilhelmsland
Größe : Ungefähr 179.000 qkm (= 1/2 Preußen). Auf der großen, zum
Teil noch England (Australien) und Holland gehörigen Insel Neuguinea.
Bevölkerung : Die farbige Bevölkerung wird veranschlagt auf über
300.000 Einwohner (Melanesier oder Papua) mit zahlreichen, voneinander
abweichenden, aber verwandten Mundarten, nämlich 300.000 in Eitape, 20.000 in
Morobe, 20.000 in Friedrich-Wilhelmshafen. Außerdem einige hundert sonstige
Farbige (Chinesen, Malayen usw.). Die weiße Bevölkerung bezifferte sich :
1904 : 113 Europäer, darunter 98 Deutsche, 1905 : 128 Europäer, darunter 115
Deutsche, 1906 : 149 Weiße, darunter 130 Deutsche, 1907 : 182 Weiße,
darunter 162 Deutsche und 38 Frauen, 1908 unverändert, 41 Frauen, 1909 : 197
Weiße, darunter 185 Deutsche und 48 Frauen. 1910 : 239 Weiße, wovon (S. 27)
216 Deutsche und 63 Frauen. 1911 : 290 Weiße, dabei 260 Deutsche und 75
Frauen. 1912 : 290 Weiße, dabei 260 Deutsche und 75 Frauen. 1913 : 283 Weiße,
davon 264 Deutsche und 76 erwachsene Frauen.
Bodengestalt und Bewässerung : An der 800 km langen Küste zahlreiche
Korallenriffe, kleinere Inseln und Einbuchtungen. Von letzteren sind die
bedeutendsten der Huongolf und die Astrolabebai. Im Norden des Schutzgebietes
der Kaiserin-Augusta-Fluß, für größere Fahrzeuge bis auf 400 km schiffbar,
mit günstiger, nicht durch Riffe versperrter Mündung, seine südlichen
Nebenflüsse, teilweise schiffbar, berühren sich nahe mit dem Ramusystem. In
die Astrolabebai mündet der Gogolfluß, in den Huongolf der Markhamflu . Der
größte Strom ist wohl der Ramu, früher in seinem Unterlaufe Ottilienfluß
genannt, auf ca. 200 km schiffbar. An der Südgrenze Waria oder Herculesfluß.
Das Innere ist noch wenig erforscht. Zwischen Huongolf und Astrolabebai das
Finisterregebirge (3475 m), dem ein rund 1000 m hohes Küstengebirge
vorgelagert ist. Im Innern noch unbekannte Kraetkekette und weiter nördlich
die Bismarck-Kette. Nach neuerlicher Erkundung zwischen Bismarck- und
Finisterre-Gebirge eine fruchtbare, dicht bevölkerte Ebene.
Klima : Ausgeprägtes Tropenklima. An der Küste höchste Temperatur im
Schatten : 35 Grad Celsius, niedrigste 20 Grad, mittlere Jahrestemperatur 26
Grad. Vom April bis September Südostpassat, vom Oktober bis März
Nordwestmonsun. Scharfer Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit in den
meisten Jahren nicht vorhanden. Die Hauptregenzeit hängt davon ab, ob das
betr. Gebiet mehr dem Passat- oder dem Monsunwinde ausgesetzt ist. Daher tritt
die Regenzeit auch bei ganz nahe gelegenen Plätzen sehr verschieden ein.
Pflanzenwelt, Tierwelt und Mineralien : siehe Bismarck-Archipel.
Handel und Verkehr : Ausgeführt werden hauptsächlich Kopra, Trepang
und Perlmutter; neuerlich Kautschuk, Sisalhanf und Kakao; auch Paradievogelbälge.
Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen Seite 10.
Verwaltung : Friedrich-Wilhelmshafen. Stationen : Eitape, Angorum,
Morobe.
c. Die Karolinen,
Palau-Inseln und Marianen sowie die Marshall-Inseln.
Größe : Die früher in spanischem Besitz gewesenen Inselgruppen sind
im Juni 1899 durch Kauf in den Besitz des Deutschen Reiches übergegangen. Die
Karolinen haben einen Flächeninhalt von 1600 qkm (davon die Palau-Inseln 450
qkm). Die Marianen haben einen Flächeninhalt von 626 qkm. Die Zahl aller
dieser Inseln beträgt 800. Die hauptsächlichsten Inseln der Karolinen sind :
Kusaie, Ponape, Truk und Jap. Die wichtigste Insel der Palau ist Baobeltaob.
Die hauptsächlichsten Marianen-Inseln sind : Saipan und Tinian. Die südlichste,
Guam, ist amerikanisch. - Die Marshall-Inseln, bestehend aus der Ratakgruppe
im Osten und der Rälikgruppe im Westen, insgesamt 353 Eilande, sind mit ungefähr
400 qkm Oberfläche etwas größer als das Fürstentum Schaumburg-Lippe.
Bevölkerung : Weiße 1911 : 239, darunter 139 Deutsche und 44 Frauen.
1912 : 325 Weiße, 1913 : 459 Weiße, davon 259 Deutsche und 75 erwachsene
Frauen. Farbige auf den Westkarolinen, Palau und Marianen nach einer 1911
vorgenommenen Zählung 15.400.
Bewässerung und Bodengestalt : Die höchste Erhebung ist der Tolokole
auf Ponape, 872 m.
Klima : Mittlere
Jahrestemperatur 27 Grad Celsius. Regenzeit auf den östlichen Inseln
Juni-September, auf den westlichen Juni-August. Auf den Marshall-Inseln alljährlich
300 Regentage mit 4000 bis 5000 mm Regenmenge.
Pflanzenwelt : Die westlichen Inseln sind reicher an Arten als die östlichen.
Die Kokospalme ist fast die einzige Kulturpflanze. Neuerdings Versuche mit
Kautschuk und Kakao.
Tierwelt : An Säugetieren ursprünglich nur Fledermäuse.
Eingeschleppt Ratten. Zahlreiche Arten Vögel und Fische, arm die
Insektenfauna. Haustiere fast überall Hund, Katze und Schwein. Auf Tinian
(Marianen) Herden verwilderter Rinder und Schweine.
Mineralien : Auf den Palau-Inseln stehen brauchbare Kohlenlager. Auf
Nauru, Angaur und Fais reiche Phosphatlager.
Handel und Verkehr : Ausgeführt werden aus allen genannten
Inselgruppen : Kopra, Trepang, Schildpatt, Perlmutter, Steinnüsse,
Haifischflossen, Phosphate. Eingeführt werden : Gewebe, Tabak, Lebensmittel,
Eisenwaren, Alkohol usw. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen
auf Seite 10.
Schiffsverkehr : Neben Schiffen unter deutscher Flagge treten bei den
Marshall-Inseln englische Dampfer, bei den Marianen japanische Segler auf.
1909 liefen an die Ostkarolinen 23 Dampfer mit 11.500 Registertonnen, die
Westkarolinen 104 mit 10.000 Registertonnen, die Marshall-Inseln 13 mit 7000
Registertonnen, 1910 waren es 25 mit 14.500 Tonnen bezw. 119 mit 97.000
Registertonnen, 11 mit 11.300 Registertonnen. 1911 die östlichen Inseln 96
Dampfer mit 144.000 Reg.-T., die westlichen 111 mit 117.000 Reg.-T. 1912 : 313
Schiffe mit 456.000 Registertonnen.
Post und Telegraphie : Ende 1913 : 8 Postanstalten, darunter 3 mit
Telegraphenbetrieb. Postverbindungen : zweimal alle 16 Wochen, Beförderungsdauer
Berlin-Jaluit 52-57 Tage; außerdem Jap alle 4 Wochen u. Angaur alle 8 Wochen
(Norddeutscher Lloyd), Beförderungsdauer Jap 38-51 Tage, Angaur 53 Tage.
Telegramme : nach Jap, Angaur oder Nauru direkt, nach den übrigen Anstalten
telegraphisch nach Jap oder Nauru (Marshall-Inseln) oder Sydney, von da weiter
mit der Post. Gebühren für Telegramme nach Jap 4,40 Mk., nach Angaur für
das Wort 4,90 Mk., nach Nauru 4,90 Mk., nach den übrigen Anstalten für das
Wort nach (S. 28) Jap 4,40 Mk., nach Nauru 4,90 Mk., nach Sydney 3,10 M., bis
Jap 5,05 M. Außerdem 3 Funkentelegraphenstationen in Jap, Angaur und Nauru.
Verwaltung : Sitze der Bezirksregierungen sind : Ponape, Jap und
Jaluit; auf Truk, Korror, Nauru und Garapan (Saipan) je ein Stationsleiter.
Die Inseln unterstehen dem Gouverneur in Rabaul.
2. Die Samoainseln
(Schifferinseln)
Größe : Zum deutschen Schutzgebiet Samoa gehören seit dem 14.
November 1899 bzw. seit dem 1. März 1900 folgende Inseln : Sawaii (1691 qkm),
Upolu (868 qkm, Sitz des Gouvernements), Manono (8,5 qkm), Apolima (4,7 qkm),
zusammen 2572 qkm (= Herzogtum Sachsen-Meiningen). Die übrigen Inseln der
Samoa-Gruppe unterstehen den Vereinigten Staaten, darunter Tutuila mit dem ausgezeichneten
Hafen Pago-Pago; die deutschen Samoainseln haben keinen Hafen; Apia ist nur
eine offene Reede.
Bevölkerung : 1902 : 32.612 Eingeborene, 1906 : 33.478, 1911 : 33.554.
Europäer 1903 : 381, davon 192 Deutsche, 1907 : 455 Weiße, darunter 248
Deutsche und 117 Frauen, 1908 : 436 Weiße, dabei 262 Deutsche und 78 Frauen;
1909 : 468 Weiße, darunter 270 Deutsche und 112 Frauen; 1910 : 473 Weiße,
1911 : 504, davon 284 Deutsche und 93 erwachsene Frauen. 1912 : 500, davon 294 Deutsche
und 98 erwachsene Frauen. 1913 : 557 Weiße, davon 329 Deutsche und 99
erwachsene Frauen. Ferner eine Mischlings-Bevölkerung von etwa 1025 Köpfen,
sowie 1546 Chinesen.
Bewässerung und Bodengestalt : Sawaii und Upolu sind gebirgig (höchster
Gipfel der Siope mit 1800 m über Meereshöhe) und vulkanisch. Die Flüsse
bilden infolge des terrassenförmigen Aufbaues der Inseln häufig Wasserfälle.
Klima : Tropisch (Mai bis September Südost-Passat). Jährliche
Durchschnittstemperatur 25,70 Grad. Samoas Klima ist durchaus gesund.
Pflanzenwelt : Üppige Vegetation; sogar die steilen Felswände sind
mit Pflanzen bedeckt. Häufig sind Farn-Arten. Kulturpflanzen : Kokospalme,
Kakao (von ausgezeichneter Güte) und, nach den bisherigen Versuchen zu
urteilen, Kautschuk.
Tierwelt : Ursprünglich auch hier von Säugern nur Fledermäuse.
Importiert : Hunde und Katzen, Schweine und leider auch Ratten. Land und Meer
sind im übrigen reich an niederen Tieren.
Handel und Verkehr : Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Kopra und
Früchten, auch Kawawurzeln, und neuerdings Kakao, Kautschuk und ein wenig
Tabak; die Einfuhr bringt Verzehrungs- und Bekleidungs-Gegenstände,
Baumaterialien und Metallwaren. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabellen
auf Seite 10.
Schiffsverkehr : Im Hafen von Apia wurden 1907 gezählt 88 Dampfer
(davon nur 1 deutscher) und 31 Segler mit insgesamt 59.000 Reg. Tonnen. 1909 :
107 Schiffe mit 124.000 Reg. Tonnen, 1910 : 118 Schiffe mit 112.000
Registertonnen, 1911 : 109 Dampfer (nur 2 unter deutscher Flagge) mit 124.000
Registertonnen, 1912 : 132 Dampfer mit 141.000 Registertonnen und 1913 nur 121
Dampfer mit 84.000 Registertonnen.
Post und Telegraphie. Ende 1913 : 8 Postanstalten, darunter 1 mit
Ortsfernsprechnetz. Verkehr 1912 : 267.100 Briefsendungen, 5417
Postanweisungen mit 1.715.052 Mk., 1948 Pakete, 33.400 Zeitungen, 111.293
Gespräche. Postverbindungen alle 4 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Apia 33 Tage.
Telegramme : telegraphisch nach Auckland oder Suva (Fidschi-Inseln), von da
weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel : "Poste N.N.,
Apia, Auckland". Telegrammgebühr für das Wort nach Auckland und Suva
3,10 M. Der für Samoa wie auch für Neuguinea bereits seit längerer Zeit
angestrebte Anschluß an das internationale Telegraphennetz (Jap) wird - wenn
auch nicht durch
Kabelverbindungen - durch Einrichtung von Funken-Telegraphen-Stationen, und
zwar in Jap, Nauru, Rabaul und Apia Anfang 1914 hergestellt.
Verwaltung : Gouverneurs-Sitz Apia auf Upolu. Gouverneur war bis 1911
Dr. Solf, der derzeitige Staatssekretär des Reichskolonialamts, sein
Nachfolger seit 1912 Dr. Schultz.
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| Quelle: Deutscher Kolonial-Atlas mit Jahrbuch 1918, herausgegeben auf
Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P.
Sprigade und M. Moisel. Uebersichten und Rückblicke von Dr. Karstedt.
Berlin 1918, S. 25ff. |
GM
(digitale Umsetzung) und AG
(Übersetzung) für psm-data
mit freundlicher Unterstützung durch die
Staatsbibliothek
zu Berlin / Preußischer Kulturbesitz

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