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Erste Vorschriften für die Kriegsgefangenen Arbeiter der Kohlengruben (ca. 1946)


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Anmerkung des digitalen Bearbeiters: Diese Vorschriften und Sicherheitshinweise waren für deutsche Kriegsgefangene gedacht; das Merkblatt gehört zu einer Reihe von Dokumenten, die sämtlich aus der Gefangenschaft im belgischen Lager Tertre nach Deutschland mitgebracht wurden. Die Gefangenen haben offensichtlich in einer der zahlreichen Kohlegruben, die es in der Provinz Hennegau (Hainaut) gab, gearbeitet. Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten CHARBONNAGES DU HAINAUT (Geschichte des Kohlenabbaus im Hennegau) TERTRE (zahlreiche Bilddokumente), Kriegsgefangene in Belgien (Hintergrundinformationen)


Transkription
Erste Vorschriften für die Kriegsgefangenen Arbeiter der Kohlengruben

1) Führt ohne Verspätung alle Befehle des Beaufsichtigenden aus. Folgt die Hinweisungen des für euch ernannten Vorarbeiters.
2) Trägt den Arbeitshut und die Arbeitsschuhe.
3) Es ist verboten für jeden, der sich zum Hinabsteigen für die unterirdischen Arbeiten in einer Gasgefahrlichen Kohlengrube bereitet, zu rauchen, und auch eine Pfeife, Tabak, Zigarre, Zigaretten, Feuerzeug, Zündhölzchen oder irgend einen zur Feueranzündung geeigneten Gegenstand zu besitzen. 4) Ihr seid verantworthlich für ihre Lampe. Prüft ihren Verschlusz und sorgt euch dafür.
5) Vermeidet die Uberladung des Käfigs mit Menschen und Handwerk. Vor dem Einsteigen und Aussteigen erwartet den Befehl des Käfigwächters.
6) Nicht ausweichen den gewiesenen Weg beim Gang oder Rückgang von der Schachte zum Arbeitsplatz.
Niemals darf man die gesperrten Gallerien besteigen.
Man darf nicht ohne Genehmigung des Vorarbeiters die neigenden Strecken besteigen.
Passt auf, wenn ihr euch auf den Zugängen zu einer geneigten Strecke während der Arbeit befindet.
Wenn ihr eine Tür oder eine Lucke aufmacht, schlieszt diese nach ihrem Durchgang zu.
7) Um das Fallen der Steine und Sinken des Bodens zu vermeiden, musz man wie die Gallerien, so auch die Stellen der Kohlenausarbeitung mit Holz und Eisen unterstützen.
Vermeidet sich auf noch nicht gesicherten Strecken aufzustellen.
Wenn ihr mit Holzbefestigung beauftragen seid, macht diese in erwünschten Zeiten nach und nach ihres Vorschiebens und entsprechend den gegebenen Verordnungen. Lernt den Grund zu kennen und prüft öfters seine Festigkeit.
Die Räumung der Holzunterstützung ist sonderen Handwerkern anvertraut.
8) Es kan eine Verdichtung des entzündlichen Gases auf den Strecken ohne Luftzuges geschehen. Man kann von dem Gase erstickt werden.
Deswegen darf die Lüftung, die nicht nur zur Lufterfrischung der Grube, sondern auch zur Entfernung von schädlichen Gasen dient, in keinem Fall gehindert werden.
Vermeidet den Luftgang zu verletzen und stört nicht die Türe, Leine oder Rohre, die, wo es notwendig ist, zur Luftanführung eingerichtet sind.
Die Anwesenheit des Brenngases wird durch keine electrische Lampe, aber durch ein Öl - oder Benzinlampe gut bezeichnet. In jedem Fall, musz man geeignet sein, um eine schwache Proportion des Brenngases in dem Luftzug zu erkennen.
Der Brennhgas brennt in der Mitte der Lampf mit der Verlängerung der Flamme. Wenn ihr eine solche Verlängerung der Falmme bemerkt, entfernt die Lampe ohne hastige Bewegungen, weicht in die Seite und warnt den Beaufsichtigenden.
9) Schaltet niemals aus und macht nicht untätig die Sicherheitsvorrichtungen, wenn ihr mit ihrer Beschäftigung beautragen seid.
Rührt keine Maschinen, Verbindungen, Schranken, electrische Einrichtungen, Rohre, Käbel und Signalvorrichtungen an.
Wenn ihr bei irgend einer Führung oder zur Beaufsichtigung einer Einrichtung als Vorarbeiter beauftragen seid, beobachtet sie um ihre Sonderheiten und Gefahren, die sie darbieten könnte, zu kennen. Seid vorsichtig und wendet euch an die gegebenen Verordnungen.
10) Für jeden Arbeiter ist verboten die Sprengstoffe bei sich zu tragen.
Meldet sofort, wenn ihr Sprengstoffe findet.
Wenn ihr zur Überwachung einer Ladung, die gesprengt werden soll, anvertraut seid, verlasst nicht ihren Posten ohne Befehl.
11) Falls ihr wenn auch leicht, verwundet, seid, meldet den Fall dem Beaufsichtigenden so schnell wie möglich. Er wird oder lässt ihnen die erste Hilfe geben.
Wenn ihr Zeugen eines Unfalls seid, nimmt sogleich ihren Anteil um den Verletzten zu helfen und die Gefahr zu beseitigen; folgt dabei den Befehlen des Beaufsichtigenden oder den Hinweisungen eines erfahrenen Arbeiters.
In der Abwesenheit des Beaufsichtigenden geht ihn waren, falls kein anderer Zeugen sich nicht damit beschäftigt ist.
12) Jede Übertretung wird den Militärbehörden gemeldet.



Handschriftliche Notizen:
une response tout te suit
Verschluss = fermeture
Ring zu = le back



Revue, Revue, Revue
das ist ein Wort
wenn es erklingt
macht es nur Freude
Revue, Revue, Revue
an jeden Ort.
wo man es singt
jubeln die Leute
Und keine will bleiben dann allein
zu Hause man eilt zu dem Feste
mit Mann u. Maus und alle
sind lustig wenn die Musik
erklingt und der Vorhang fällt das
Spiel beginnt
Revue, Revue, Revue
wo man es hört
ist man betört
macht es nur Freude
Revue, Revue, Revue
dies Zauberwort
an diesem Ort
erklingt es heute
Revue, Revue




[Document in English Language]

Quelle: Privatbesitz Familie Deharde; mit frdl. Genehmigung für psm-data, digitale Edition GM