| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Drittes Reich | [P|S|M] |
Der Gastwirt und SA-Anwärter Wilhelm Schrader über die Ereignisse am 9. November 1938
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... am 15.
November 1945
"Es
wurde zunächst Bier und Schnaps im reichen Maße getrungen. Aus dem Verhalten
der Persönlichkeiten konnte ich nicht entnehmen, daß für diesen Abend bzw.
für die Nacht etwas Außergewöhnliches geplant war. Ich selbst habe an der
Feier nicht teilgenommen. Diese Feier fand nur im engsten Führerkreis statt. Um
Mitternacht wurde der damalige Kreisleiter Kühn ans Telefon gerufen. Der
damalige Oberführer der SA, Valsechi, war von Bremen hier als Vertreter der
SA-Gruppe. Als der Kreisleiter Kühn zurückkam, fuhr kurz darauf Valsechi ab,
und zwar in höchster Eile, ohne sich um die Begleichung seiner Zeche zu
kümmern. Mir erklärte der Kreisleiter Kühn, daß mein Telefon für
Dienstgespräche der Kreisleitung bis auf weiteres besetzt sei. Er setzte einen
Studienrat, dessen Namen kann ich nicht mehr angeben und noch einen anderen
SA-Mann ans Telefon. Der Kreisleiter Kühn hat dann im Clubzimmer eine kurze
Besprechnung abgehalten. Nach dieser Besprechung ging der größte Teil der
SA-Führer fort. Diese kamen später in Zivilkleidung zurück. Mein Lokal wurde
als Befehlsstelle für die SA genutzt. [...] Ich bestreite, mich der
Brandstiftung oder der Sachbeschädigung schuldig gemacht zu haben."
... am 10.
und 14. November 1938 an seine damalige Braut
"Die
Aktion hat letzte Nacht ganz wunderbar geklappt, ich habe mich so richtig mal
wieder austoben können, meine Kräfte spielen lassen, meine Brandlegung war
prima, es ist von dem Synagogeninventar auch nichts übergeblieben."
"Hier
ist alles gleichgeschaltet, die Synagoge hat ganz wunderbar gebrannt, die ganze
Nacht war mein Laden Standquartier der Kreisleitung und der Ortsgruppe, auch der
Standarte. Hier war allerhand los, und ich mußte die ganze Nacht fahren bis
Donnerstag nachmittag. Du kannst Dir vorstellen, wie ich zuwege war. Es war aber
für mein Geschäft eine gute Reklame, und das ist die Hauptsache."
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| zit. nach:
Die "Reichskristallnacht", Das Judenpogrom vom November 1938 in
Bremerhaven-Wesermünde, in: Bremerhavener Sonntagsjournal vom 6. November 1988 |

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