Voraussetzungen:
technischen Innovationen (Meßtechnik & Navigation) nur ein Faktor
Wichtiger: Wille zum Ausgreifen in die Ferne (wirtschaftliche & religiöse Interessen)
Durch Aufkommen der großen Flächenstaaten stehen nun finanzielle Mittel und menschliche Ressourcen zur Verfügung
Juan Ponce de Léon (1460-21) - begleitete 1493 C. Kolumbus auf der 2.Fahrt nach Amerika: eroberte das spätere Puerto Rico; von 1510-1512 Gouverneur auf Puerto Rico; dort erzählten die Eingeborenen ihm von einer Insel nördlich vor Kuba (Hispaniola) erzählten, wo es einen Jungbrunnen geben sollte => Bimini 1512 => Auftrag vom spanischen König (Ferdinand II, von Aragon (1452-1516) => Heirat mit Isabella 1469), die Insel zu finden, zu erobern und zu kolonisieren; sichtete die Ostküste des heutigen Bundestaates Florida. wo er an Land ging; Ostersonntag = pasqua florida - Rückkehr nach puerto rico; 1521 brach er zur Kolonisierung auf; Gefecht mit Eingeborenen, Tod bei Landung auf Kuba
Folgen:
1) Weitere Expeditionen resp. Erforschungen durch Spanier, jedoch keine Kolonisation 1562 bringt Jean Ribaut eine Gruppe Hugenotten nach Florida. die er dort ansiedeln will; werden jedoch von Spaniern inhaftiert und hingerichtet => 1.Stadtgründung in Florida (St.Augustine) 1565, Saint Augustine wurde 1565 vom spanischen Entdecker Pedro Menéndez de Avilés gegründet und gehört zu den ältesten europäischen Siedlungen in Amerika
2) Es hat den Anschein, dass Spanien sein Weltreich auf Nordamerika ausdehnt. 1542: Befehl des Vizekönigs von Neuspanien die Gebiete nördlich von Mexiko (meist über den Pazifik) zu erforschen. Die von Spanien beanspruchten Gebiete erstreckten sich bald weit nach Westen bis in die heutge Staaten Texas, Oklahoma und New Mexiko => 1602 Erkundung der kalifornischen Küste: jedoch keine Siedlungen; Spanier von Süden und Westen; Ausnahme das Deltagebiet Mississippi
3) Rückzug Rückgang der Weltmacht Spaniens (Philipp II, 1527-1598) aus der Kolonisation Nordamerikas u.a. durch Konflikt mit England (im Niederländischer Freiheitskarnpf oder 80 jährigen Krieg seit 1568 - 1648) => 1567: Albas Strafexpedition in die Niederland (Hintergrund: Bildersturm usw.) 1579 Union von Utrecht (Norden, Führung: Wilhelm II von Oranien) 7, Union von Arras (Schutz des katholischen Glaubens) 10 katholische Provinzen => 1588 ARMADA (Versuch England zu erobern; England hatte den Aufstand in den Niederlanden aktiv unterstützt; englische Schiffe zahlenmäßig unterlegen, jedoch wendiger: Engländer lassen brennende Schiffe auf die ankernden Spanier treiben: Panik) => Niederlage: ENGLAND wird führende Seemacht
=> Florida wird 1819 von Spanien an die USA abgetreten
Voraussetzungen für das Ausgreifen Englands:
Konkurrenz mit Spanien
ENGLAND: Heinrich VII. (1457-1509) (Tudors 1485-1603) - England wird nach einer langen Zeit innerer Unruhen wieder geeint (1455-1485 Rosenkrieg zwischen Lancaster (rote Rose) und York(weiße Rose)) => Abtrennung von katholischer Kirche: anglikanischer Sonderweg
Straffes Regiment unter Elisabeth I. (1533-1603) fördert wirtschaftlichen Aufschwung und Handel (v.a. Textilbranche): Handel mit Levante und Ostindien
Fühler nach Nordamerika werden ausgestreckt:
a) Martin Frobisher (drei Reisen in den 1570er Jahren): Hoffnung, Nordwestpassage von Atlantik i.d. Pazifik zu finden; Verwechseln Frobisher-Bay mit Tor zur NWpassage
b) Aussicht auf spanisches Beutegold: Sir Francis Drake (1577: Geheimauftrag: mit fünf Schiffen gegen spanische Siedlungen an der Pazifikküste vorzugehen; überfällt zahlreiche spanische Siedlungen; mehrfach selber Schiffbruch) Maghellanstraße; hoch bis San Francisco, von dort Weltumsegelung)
c) Siedlungsabsichten:
- Humphrey Gilbert (um 1539 bis 1583), zwei Versuche 1578/79 und 1583; jeweils mit königl. Charta, die im die Erforschung und Kolonisation ermöglichen sollte; ertrank auf der Rückfahrt in einem Sturm;
- Halbbruder von Gilbert: Sir Walter Raleigh: Zwei Siedlungsversuch auf der Roanoke-Insel (vor N. Carolina). 1585:
Richard Hakluyt: Discourse of Western Planting (Geograph - Interesse für Entdeckungsreisen) Schriften spiegeln durchaus staatliches Interesse an Kolonien (Kolonien als Rohstoffquellen, Marktgelegenheit und Auffangbecken für Überbevölkerung)
Neue Dynamik der Auswanderung / Kolonien
Religiöse Verfolgungen (Jakob I)
Wirtschaft: (starke Nachfrage nach englische Wolle v.a. im Handel mit Flandern) Ausdehnung des Weidelandes auf Kosten der Kleinbauern
bis 1640 haben bereits 70.000 Menschen England verlassen
Wichtiger Schritt: Frieden mit Spanien durch Jakob I. (1603-1625, Haus Stuart, Nachfolger Elisabeths, die ohne Erben gestorben war)
Folge: Stärkere Kräftekonzentration für Kolonialanstrengung.
Jedoch: England muss eigene spezifische Kolonialformen entwickeln; Beispiel Spanien & Portugal nicht übertragbar; dass dies jedoch rentabel war, zeigt Englands Weigerung im 18. Jh., seine Kolonien in die Unabhängigkeit zu entlassen.
Vorteilhaft: Staatliche Lizenserteilung (Charta) an Privatleute: britische Oberhoheit war gewahrt, ohne brit. Bürokratie zu starkt zu beanspruchen. Kontraproduktiv:
- Weite des Landes: Britischer Einfluss (Kontrollmöglichkeit) nimmt proportional zur Ausdehnung der Kolonien in den Westen ab.
- Kalvinistischer Erwähltheitsglauben der Siedler; aufklärerische Überzeugungen => gegen übermäßigen Zwang von außen
1606 verleiht Jakob I. zwei siedlungswilligen Gesellschaften eine Charta zur Kolonisation: Nur Virginia Company von London (Virginia Company von Plymouth) hat Glück:
Segeln nördlich von Roanoke Island einen Fluss (James) hinauf und gründen Jamestown.
Anfangs Kompetenzgerangel, da die Charta die Oberhoheit an zwei Ratsgremien delegiert hat (eines in England, eines in Jamestown): Streit der Siedler wurde dadurch gelöst, dass John Smith eine Art Herrschaftsposition einnahm.
Probleme: Skorbut, Indianer, Sumpffieber, Nahrungsmangel.
Smith organisierte den Handel mit den Indianern und leitete Erkundungsexpeditionen in das Umland von Jamestown. Auf einer dieser Expeditionen nahm ihn Häuptling Powhatan gefangen, und nach Smiths eigener Darstellung wurde er von der Tochter des Häuptlings, Pocahontas, vor dem Tod errettet.
Durch neue Charta wurde Smith durch einen von London bestellten Gouverneur abgelöst, dem ein aus Virginiern gebildeter Rat an die Seite trat.
Rat konnte Gesetze erlassen; vorsichtshalber hatte man dem Gouverneur und die Virginia Gesellschaft ein Vetorecht eingeräumt)
Problem: Wirtschaftliches Überleben war erst gelöst, nachdem man Tabak anbaute. Nach verschiedenen Experimenten (Zedernholz, Weinbau, Seidenraupenzucht) stellte man fest, dass Tabak so gut wuchs, dass man sofort auf Monokultur umstieg.
Virginia Company nach spätestens 10 Jahren amortisiert: jetzt Ausdehnung via headright-System:
Aussiedlungswilligen Arbeitern wurde die Passsage bezahlt, dafür die Verpflichtung 5-7 Jahre Land zu bearbeiten. Headright-Eigner im Mutterland profitiert von Erträgen. Nach 5-7 Jahren konnte der Freigewordene in den Westen ziehen (dort Land erwerben und wurde ggf. sogar ermuntert, selber ein headright zu übernehmen.)
Dennoch viele Probleme: Besonders harter Winter 1624; nur 1/3 der angekommenen Siedler überlebten, Fälle von Kanibalismus werden berichtet. Untersuchungskommission fördert viele Probleme usw. zu Tage. Jakob I. löst Gesellschaft auf und übernimmt selber die Regie (Kronkolonie) Rat der Siedler ebenfalls aufgelöst, später jedoch wieder eingeführt; 1639 durch königliches Mandat endgültig bestätigt.
Neues Problem im Mutterland mit Rückwirkungen auf Kolonien: Karl I. (Sohn Jakobs) glaubte an Gottesgnadentum und Primat der anglikanischen Kirche: Willkürliche Maßnahmen => absolutistisches Regiment. Religiöse Verfolgungen, Konflikt mit Parlament - löst Bürgerkrieg aus.
Folge: u.a. verlassen zwischen 1620 und 1640 50.000 Menschen (v.a. aus religiösen Motiven) die Insel. Beruhigung erst unter der Republik (Cromwells-Herrschaft, New Model Army): Karl I. 1649 hingerichtet nach Weigerung einer konstitutionellen Verfassung zuzustimmen. Restauration der Monarchie 1661: Auf Anordnung Karls II. wurde Cromwells Leiche geschändet.
Virginia Company von Plymouth jetzt Council for New England. Organisiert Transport nach Neu England:
u.a. kalvinistische Puritaner hatten Probleme mit anglikanischer Kirche (Puritaner wollten Reformation der Kirche fortführen => gegen Anglikanische Kirche)
Presbyterischen Kirchenverständis (Presbyterianer und reformierte Kirchen werden von Älteren oder Ältesten geleitet. Nach diesem Prinzip erhielten die Presbyterianer ihren Namen, denn das griechische Wort presbyteros bedeutet der Ältere) steht kongregationalistisches Verständis (weitgehende Unabhängigkeit des Einzelnen und der Geminde) gegenüber. Aus Kongregationalisten Separatisten, die bereits 1608 nach Holland geflohen waren und nun nach Amerika auswandern wollten. Zur Finanzierung wurden Auswanderungswillige, die außerhalb ihrer Gemeinschaft standen, mitgenommen.
Man landete 1620 in der Nähe des heutigen Boston: nördlicher als geplant und außerhalb der Jurisdiktion der Virginia Company: Mayflower Vertrag von 1620: Art Verfassungsdokument: (ähnelt kalvinistischen Gemeindeverfassungen: Betonung der Gleichheit aller vor dem Gesetz, freiwillige Unterordnung); Siedlung am Cape Cod.
Siedlung hatte Bestand: Viele S., die folgenden, kamen auch wegen politischer Probleme nach Auflösung des Long Parlaments. Dennoch behielten Puritaner "das Heft in der Hand". Einige Kongregationalisten erwarben die Massachusetts Bay Company und eine königliche Charta (handelsrechtliches Dokument) : jetzt mit dem Vorteil, dass der Gesellschaftssitz in der Neuen Welt nicht ausdrücklich festgelegt war: man konnte Land erwerben, wo man wollte.
Regierung in Massachusetts-Kolonie: "General - Court" mit Gouverneur, Vizegouverneur und 18 Assistenten (in Abwandlung bzw. Übertragung der königl. Charta): Wahlberechtigt jedoch nur Mitglieder der kongregationalistischen Gemeinden. In Massachusetts war man darum bemüht, den Einfluss der Kirche, der ohnehin schon weitreichend war, nicht noch weiter auszudehnen: Folge: Teilweise restriktive Maßnahmen gegen religiöse Eiferer, Zwistigkeiten in der Frage um das Verhältnis von Regierung und Kirche führt zu weiteren Gründungen:
Roger Williams war beispielsweise der Meinung, keine weltliche Obrigkeit habe das Recht, religiöse Belange zu regeln: Er musste 1636 die Kolonie verlassen => Rhode Island 1636 (Providence)
1636 verlässt ebenfalls Thomas Hooker Massachusetts (=> Connecticut; Nach einer von der Generalversammlung von Massachusetts erlassenen Verordnung vom März 1636, waren die Siedler in Connecticut berechtigt, eine Art Selbstverwaltung zu bilden, vormals Holländer dort)
New Hamshire 1638 gründete John Wheelwright, ein Geistlicher, die Siedlung Exeter. Die puritanische Massachusettsbai-Kolonie stand der Ansiedlung von Royalisten und Geistlichen in New Hampshire ablehnend gegenüber und beanspruchte das Territorium für sich. 1641 wurden Siedlungen Massachusetts angeschlossen. Exeter folgte 1643. 1677 erging das Urteil, dass Massachusetts sich des Territoriums zu Unrecht bemächtigt hatte.
Gemeinsamkeiten: Puritanische Kontrolle mit marginalen Unterschieden in der puritanischen Vorherrschaft
1637 löste sich Council for N.England auf ohne Ziele erreicht zu haben. Adlige, die sich engagiert hatten, hatten durch Puritaner ihr Ziel nicht erriecht, umfangreiche feudale Herrschaften zu installieren:
Ausnahme: eine Kolonie unter adliger Leitung (George Calvert Lord Baltimore erhält 1632 von englischer Krone 10 Millionen acres (1 Hektar (10.000 qm) = 2,5 acres) an der Cesapeake Bucht als erbliches Lehen. (Maryland: zu Ehren der Gemahlin Karls I.): Tabak erfolgreich angebaut: Zufluchtstätte für Katholiken. Viele Katholiken zogen trotz der Toleranz des karolinischen Englands nach Maryland.
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