| Primaerliteratur |
| 20. Jahrh. | Deutschland | Weimarer Republik | [P|S|M] |
Reichskanzler Brüning rechtfertigt seinen Sparkurs (1931)
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"Ich werde
mich bis zum letzten dagegen wehren, irgendeine inflatorische Maßnahme
irgendeiner Art zu treffen, und zwar nicht nur aus Gerechtigkeit, nicht nur zum
Schutze der Schwachen, sondern weil ich der Ansicht bin, dass die ehrliche
Bilanz in der deutschen Wirtschaft trotz aller Bitternisse wiederhergestellt
werden muss und dass jeder Versuch und jedes Verlangen nach inflatorischen Maßnahmen
letzten Endes nur den Zweck haben kann, diesen Prozess der klaren Bilanz der
gesamten deutschen Wirtschaft zuschanden zu machen und wiederum einen Schleier
über die Fehler der Vergangenheit zu ziehen. Erfolge in der Außenpolitik sind
um so eher zu erreichen, wenn wir die Bilanz der deutschen Finanzen und der
deutschen Wirtschaft klar und ehrlich jedermann in der Welt zur Einsicht
vorlegen.
Das ist die stärkste und durchschlagendste Waffe, die die Reichsregierung haben
konnte, und diese Waffen zu schmieden, war die Aufgabe des ersten Jahres der Tätigkeit
dieser Reichsregierung. Das hat dazu geführt, dass die Frage der Reparationen
durch die Öffentlichkeit in der ganzen Welt ohne Ausnahme völlig anders
beurteilt wird als in früheren Jahren. So muss es auch nach innen sein. Viele
soziale und berufliche Spannungen würden nicht die Schärfe angenommen haben,
auch der politische Radikalismus würde nicht so hoch gekommen sein, wenn man früher
gewisse Heilungsprozesse betrieben und in der Privatwirtschaft wie in der öffentlichen
Wirtschaft das Messer des Chirurgen rechtzeitiger und radikaler angesetzt hätte."
| | Quelle: unbekannt |
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GM
(digitale Umsetzung) für psm-data 
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