| Hassenreuters Überzeugungen und was Spitta dem entgegenhält: | |
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| schöne Vortragsart | "alles Gestelzte, alles Rhetorische liegt mir nicht", der "Predigerton (ist) mir zuwider" |
| tragische Chöre | "sonorer Bombast" |
| Würdige Objekt der Tragödie sind Gestalten wie Lady Macbeth oder King Lear (tragische Fallhöhe) | ein Barbier oder eine Reinmachefrau können ebensogut Objekt der Tragödie sein |
| Goethes Schauspielerkatechismus als "das A und O meiner künstlerischen Überzeugung" | grenzenlos läppische Vorschriften, mumifizierter Unsinn, Grimassentheater (="Menschenfresserartiges in der Physiognomie") |
| Literarische Autoritäten sind Aristoteles, Shakespeare und die späten Goethe/Schiller | der junger Schiller, der junge Goethe und Lessing |
| Zusammenfassung: Die dramatische Kunst handelt von der "sittliche Weltordnung" und den "Höhen der Menschheit", sie ist dem klassischen Ideal des Wahren, Schönen und Guten verpflichtet. Baum des Idealismus" (55) | Das Theater muss die NATUR des Menschen darstellen, es darf das Leben nicht idealisieren; "Vor der Kunst wie vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich." |
| Zwei Zitate: | |
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Kaiser Wilhelm II, 1901: "Die Kunst soll mithelfen, erzieherisch auf das Volk einzuwirken, sie soll auch den unteren Ständen nach harter Mühe und Arbeit die Möglichkeit geben, sich an den Idealen wieder aufzurichten. Uns, dem deutschen Volke, sind die großen Ideale zu dauernden Gütern geworden, während sie anderen Völkern mehr oder weniger verlorengegangen sind. (..) Wenn nun die Kunst, wie es jetzt vielfach geschieht, weiter nichts tut, als das Elend noch scheußlicher hinzustellen, wie es schon ist, dann versündigt sie sich damit am deutschen Volke. Die Pflege der Ideale ist zugleich die größte Kulturarbeit, und wenn wir hierin den anderen Völkern ein Muster sein wollen, so muß das ganze Volk daran mitarbeiten, und soll die Kultur ihre Aufgabe voll erfüllen, dann muß sie bis in die untersten Schichten des Volkes hindurchgedrungen sein. Das kann sie nur, wenn die Kunst die Hand dazu bietet, wenn sie erhebt, statt daß sie in den Rinnstein niedersteigt." aus: Deutsche Literatur 12, Naturalismus, Reclam 1977 S.31 | Lesen Sie, was G.Hauptmann zu seinem Drama sagt (Klett-Edition S. 123) und setzen Sie dann dem Kaiser ein Ihrer Ansicht nach passendes Hauptmann-Zitat entgegen. Z.B. Man hört Worte wie diese immer aufs neue: Niederungen des Lebens! Alltägliche Misere! Arme-Leute-Geruch! (...) Nie und nirgends hat es die Kunst mit Titeln zu tun! auch nicht mit Kleidern! Ihr Gegenstand ist die nackte Seele, der nackte Mensch!" |
Der 'Kunststreit' als Arbeitsblatt im Word-Format zum Herunterladen
