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GAIUS SALLUSTIUS CRISPUS

Lebenslauf Sallust heißt mit ganzem Namen Gaius Sallustius Crispus und wurde 86 v. Chr. in Amiternum im
Sabinerland als Sohn einer angesehen Familie geboren .
Als Jugendlicher kam er nach Rom. Er interessierte sich sehr für Politik, machte eine Ausbildung zum Rhetor
und informierte sich auf dem Forum über politische Anschauungen. Im Alter von 20 Jahren zählte er zu den Anhängern des Catilina.
So erlebte er viele politische Ereignisse mit, wie z.B. den Aufstieg von Pompeius und Caesar, den hoffnungslosen Kampf der Optimaten und die wieder zunehmende Brutalisierung der innenpolitischen Konflikte.
Als er 32 Jahre alt war, gehörte er zu den Anhängern des Machthabers Caesar. Nun wurde Sallust Quästor und trat in den Senat ein, wo er durch eine gehässige Schmähschrift gegen Cicero viel Unruhe verursachte.
Zwei Jahre später (52 v. Chr.) wurde er Volkstribun. Wieder bereitete er viel Ärger, dieses Mal durch eine Stellungnahme für Caesar und damit gegen die Nobilität, also gegen den Amtsadel im
alten Rom. Die Parteinahme für Caesar war der Grund dafür, dass Sallust im Sommer des Jahres 50 v. Chr. von Zensor Appius Claudius unter dem Vorwand einer früheren Ehebruchsaffäre aus
dem Senat und damit aus seiner politischen Laufbahn gestoßen wurde. 48 v. Chr. wurde er - ebenfalls durch Caesars Hilfe - zum zweiten Mal Quästor und konnte so dem Senat wieder beitreten. 46 v. Chr. ging er als
Prätor mit Caesar nach Afrika. Dort trug er durch eine Unternehmung gegen die Insel Cercina zu Caesars Sieg bei. Daraufhin wurde Sallust Statthalter der neuen Provinz
Afrika. Als er wegen der Art seiner Provinzverwaltung angeklagt wurde, ließ Caesar ihn freisprechen. Das Amt des Stadthalters brachte Sallust soviel ein, dass er in Rom die berühmten horti Sallustiani
, die sallustischen Gärten anlegte, die noch lange Zeit zu besichtigen waren und zum Inbegriff unrechtmäßig erworbenen Reichtums wurden.
Nach Caesars Ermordung im Jahr 44 v. Chr. zog sich Sallust aus der Politik zurück. Das war außergewöhnlich früh für einen Politiker wie ihn. Im Vorwort zu seinem Werk Bellum Iugurthinum
erklärt er seine Entscheidung damit, dass er „ trotz guter persönlicher Aussichten aus Ekel über die Entartung Roms und seiner Führungsschicht der Politik den Rücken gekehrt habe (Zitat)“.
Nun wandte er sich dem Studium der Geschichte und der Geschichtsschreibung zu. Im Jahr 34 v. Chr. ist er in Rom gestorben, er wurde 52 Jahre alt.
Sallusts Tätigkeit als Historiker
Sich von der Politik abzuwenden ist Sallust bestimmt nicht leicht gefallen. Denn an sich gehörte er zu jenen Römern, die nur in der Tätigkeit für den Staat eine lebensfüllende Aufgabe sahen. Dabei ist er
sich sicher, dass er unter den gegebenen Umständen dem Staat mehr Vorteile durch seine Geschichtsschreibung als durch seine politische Tätigkeit bringen konnte. Nun ist es Sallust von
großem Nutzen, dass er selber an den politischen Geschehnissen teilgenommen hat. Außerdem merkt man sehr schnell, dass er sich ausführlich mit griechischen und älteren römischen Historikern
sowie philosophischen Schriften befasst hat.
Vor Beginn des Bürgerkrieges und nach dem Sieg, also 50 und 46 v. Chr. hatte Sallust zwei Briefe an Caesar
geschrieben. In diesen hatte er versucht, die römische Innenpolitik zu analysieren und stellte Möglichkeiten zur Verbesserung der politischen, sozialen, wirtschaftlichen und moralischen
Lage vor. Nach seinem Rückzug aus der Politik, führte er diese Gedanken fort. Sein Erstlingswerk ist de coniuratione Catilinae (die Verschwörung des Catilina), dann schrieb
er über den Krieg mit Jugurtha ( Bellum Jugurthinum )und als letzes schrieb er die Historien, ein umfassendes Geschichtswerk über die Jahre 78 bis 67 v. Chr..
Sallust schildert in seinen Werken jedoch nicht die Höhepunkte historischer Abläufe, sondern die diesen vorausgehenden und sie damit praktisch ankündigenden Ereignisse. Zum Beispiel folgt der
Verschwörung Catilinas der Aufstieg Caesars, der wiederum zum Bürgerkrieg führt. Diese Fähigkeit, weit zurück in die Vergangenheit, auf die letzte Ursache zurückzugreifen und so die
Geschichte in einem Gesamtverlauf zu sehen, ist etwas völlig neues in der römischen Geschichtsschreibung. Vorher wurde entweder die Geschichte der Stadt von ihren Anhängern oder
einer besonders glanzvolle Epoche dargestellt. Durch diese Fähigkeit der politischen Analyse ist Sallust bis heute bekannt.
Die quellenkritischen Geschichtswissenschaftler des 19. und 20. Jahrhunderts stellten Sallusts historische Fehler fest. Dieter Krug schrieb dazu: “die zeitlichen Verschiebungen - es handelt sich in der Hauptsache um
zwei - erklären sich alle daraus, dass Sallust künstlerisch frei schaltet und aufbaut, um das, was er als die tiefere Wahrheit des Handelns ansieht, schärfer herauszuarbeiten.“
Sallust fälscht die Zusammenhänge also nicht, wie zuerst vermutet, aus Parteiinteresse, sondern weil es ihm viel mehr um die tiefere Wahrheit als um den richtigen, zeitlich-kausalen Zusammenhang geht.
Er ist und bleibt also, wie Augustinus sagte, ein nobilitatae veritatis historicus, ein Historiker von rühmenswerter Wahrhaftigkeit.
Lebenslauf: 86 v. Chr. in Amilternum, Sabinerland geboren,Ausbildung zum Rhetor
66 v. Chr. Anhänger des Catilina 54 v. Chr. Anhänger des Caesar wird Quästor (hoher Finanz- und Archivbeamter) und tritt in den
Senat ein
52 v. Chr. wird Volkstribun 50 v. Chr. wird aus dem Senat ausgestoßen (wegen Stellungnahme für Caesar)
48 v. Chr. wird zum zweiten Mal Quästor und tritt auch wieder in den Senat ein 46 v. Chr. geht als Prätor ( höchster Justizbeamter) mit Caesar nach Afrika
wird Stadthalter der neuen Provinz Afrika 44 v. Chr. Rückzug aus der Politik (nach Caesars Ermordung)
Studium der Geschichte und Geschichtsschreibung 34 v. Chr. in Rom gestorben
Quellenangaben: http://www.altenforst.de/faecher/latein/sallust.htm
Dieter Krug: „Gaius Sallustius Crispus“ in: Coniuratio Catilinae
bearbeitet von J. Blänsdorf und E. Lederbogen
Klett Verlag, Stuttgart 1984
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