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99 Tipps: Social Media

Sekundarstufe I

Gregory Grund / Barbara Kettl-Römer, Cornelsen (2013), 144 Seiten, ISBN: 9783589162192

99 Tipps: Social Media - Cover
Dieses Buch wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer, die sich für den schulischen Stellenwert von Web 2.0-Plattformen wie Facebook, Wikis und Blogs, um die wichtigsten zu nennen, interessieren. Die Autoren liefern dabei Basis-Informationen über die Funktionsweise solcher Angebote und praktische Hinweise für Prävention und Intervention im Falle von Cybermobbing/stalking/grooming.
Der vorliegende Band ist zunächst einmal klug gemacht: Die 99 Tipps untergliedern die Thematik in überschaubare kleine (manchmal zu kleine) Häppchen, größere Zusammenhänge werden durch Hinweise auf nachfolgende oder schon vorgestellte Tipps hergestellt. Dazwischen gibt es blau unterlegte „Achtung“-Kästen (zusätzlichen Literaturtipps und Internet-Links) und immer wieder praktische Konkretisierungsangebote mit der Überschrift: „Gleich mal ausprobieren“. Etwas merkwürdige Einfügungen sind die „Um die Ecke gedacht“-Kästen, die zum Weiterdenken anregen sollen. Und in diesem Buch wird sehr häufig angeregt, weiter um die Ecke zu denken. Das ist bei der Vielschichtigkeit der Thematik durchaus nachvollziehbar. Und schließlich gibt es auch noch die SOS-Kästen.

Die beiden Autoren - obwohl nicht selbst Lehrer - sind gut informiert, sie kennen sich in der aktuellen Web 2.0-Bildungslandschaft bestens aus, die Informationen und Links sind auf dem neuesten Stand. Davon zeugt schon das Inhaltsverzeichnis.
Die 99 Tipps verteilen sich auf folgende 10 Themenfelder:
• Lernpotenziale für den Unterricht nutzen
• Sich selbst „berufskompatibel“ präsentieren
• Facebook professionell nutzen
• Kriminelle im Netz abwehren
• Schüleraktivitäten im Social Web begleiten
• Medienregeln aushandeln
• Elterninfo und -kontakte gestalten
• Urheberrechte schützen
• Rechte schützen, Grenzen erkennen
• Cybermobbing

Die ersten 10 Tipps beschäftigen sich mit Instrumenten und Plattformen, die schulisch nutzbar gemacht werden können: Wikis, Mindmaps, Youtube, Etherpad, Flipped Classroom. Hier darf man allerdings nicht viel Details, Tutorials oder konkrete Unterrichtsszenarien erwarten, das wäre auch eine Überforderung, für Vertiefungen müssen die weiterführenden Links herhalten.

Der Schwerpunkt liegt auf den „Sozialen Medien“ und vor allem auf Facebook. Allein schon wegen der großen Schüler-Mitgliedschaft dort sei Facebook „für Lehrer Pflicht“ (Tipp 23). Das ist eines der von den Autoren aufgestellten Postulate. Ein weiteres lautet: Vorbild sein im virtuellen Raum und ein drittes: sich gegenüber den Schülern und deren verschiedenen Erfahrungen offen und „wertneutral“ verhalten (6).

Der Leser erfährt also viel über Facebook, insbesondere werden Facebook-Gruppen als nützlich vorgestellt. Hier konnten die Autoren leider nicht die jüngsten Erlasse aus den Kultusministerien einiger Bundesländer berücksichtigen, die aus datenschutzrechtlichen Gründen die gemeinsame Präsenz von Schülern und Lehrern in Facebook-Gruppen untersagen. Aber die Autoren weisen auch zurecht auf die Grenzen solcher Lehrer-Schüler-Kooperationen in Facebook hin und nennen Alternativen wie "mahara" oder "moodle".

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass auf zwei oder drei Tipps, in denen das schulische Nutzpotenzial von Facebook vorgestellt wird, mindestens 15 Tipps mit Vorsichtshinweisen folgen: Von C wie Cyberstalking bis Z wie Zeitfresser. Das entwertet Facebook in den Augen der Autoren nicht, sie tragen damit nun mal den Gegebenheiten im virtuellen Raum Rechnung und sie sind dabei sehr gewissenhaft und hilfreich.
Der Komplex „Cybermobbing“ erhält des Weiteren noch ein eigenes Tipp-Cluster (93-99), die wesentlichen Stichworte lauten hier: Null-Toleranz und No-Blame-Ansatz.

Hilfreich und auf neuestem Stand sind auch die Kapitel zu Urheberrecht und Kopierregeln (Tipps 75-85), ebenso die Hinweise zum „Recht am eigenen Bild“. Die Tipps für die Elternarbeit (67-74) dürften für Lehrerinnen und Lehrer keine Überraschungen liefern. Fächerspezifische Unterrichtsszenarien darf man aus verständlichen Gründen nicht erwarten.

Der Umfang des Buches ist für die darin behandelte Thematik (und den Preis von 16.50 €) recht schmal. Aber: Es ist auch nicht ein Buch, das man einfach so liest. Der Leser ist hier automatisch auch ein Blätterer, der sich mithilfe von Tipp-Verweisen und Link-Vorschlägen kreuz und quer durch das Buch und darüber hinaus bewegen muss, fast so wie es das Internet auch verlangt. Schließlich lehnt sich das Konzept der 99 Tipps an den Hypertext-Modus des Internets an und setzt auf eine neue Praxis des Buch- und Text-überschreitenden Lesens.
Wer sich darauf einlässt, wird fündig werden und durch neue Einsichten belohnt. Dem Leser, welcher im virtuellen Raum noch nicht so bewandert ist, rate ich, Themen und Titel wie Open Source, Etherpad, Wiki, Blog, OER, CC ... getrost zu überspringen und sich gleich den Kapiteln zu Facebook und Co. zuzuwenden oder auch zum Urheberrecht oder zur Elternarbeit.

verfasst von Klaus Dautel am 01.11.2013 | 3026-mal gelesen

Fachrichtungen: Ethik Gemeinschaftskunde fächerübergreifend Deutsch


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