Fritz Powerbook 2007

Aus der PSM Redaktion, geschrieben von Heinz-Willi Jansen am 01.01.2007
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„Power to all our friends“ sang vor etwa 34 Jahren der über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannte Popstar Cliff Richard – und er hatte Erfolg mit diesem Titel. Jetzt will die Hamburger Firma Chessbase mit der aktualisierten Ausgabe des „Fritz Powerbook 2007“ Ähnliches anstreben. Mit der vorliegenden Software ist nämlich der ambitionierte Schachfreund in der Lage, seinem „Fritz“ noch mehr schachliches Know-how und „Power“ zu verleihen.
Ich zitiere zu Beginn meiner Ausführungen einmal ausnahmsweise wörtlich die Verpackungsrückseite der DVD, weil es der Aussage über die Qualitäten und Möglichkeiten der Software eigentlich nichts Wesentliches hinzuzufügen gibt:
„Noch mehr Power für Fritz. Das Powerbook 2007 enthält über 18 Millionen Eröffnungsstellungen aus den 1 Million besten Turnierpartien. Zu jeder Stellung sind alle Züge gespeichert, die an dieser Stelle gespielt wurden mit Erfolgsquote und Elo-Schnitt der Spieler. Das Fritz Powerbook 2007 repräsentiert damit den derzeitigen Stand der Eröffnungstheorie auf einer DVD-ROM! Und Ihr Fritz wird damit zum absoluten Theorie-Kenner, der Ihnen zu jeder Eröffnungsstellung Auskunft gibt. Entdecken Sie die erfolgsversprechendsten Varianten und üben Sie die Eröffnungen im Spiel gegen Fritz. Und das Sahnehäubchen auf der DVD: 1 Million Partien, die Basis des Powerbooks 2007 und zusätzlich enthält die DVD ein kleines aber feines Spezialbuch aus den stärksten Großmeisterpartien der letzten hundert Jahre (900.000 Stellungen).“
Nun, so fragt man sich wohl – was gibt es aus der Sicht eines begeisterten Schachspielers noch kommentierend zu ergänzen? Ich empfehle auf jeden Fall zuerst das Kopieren der Datenbank auf die Festplatte, um nicht immer wieder die DVD einlegen zu müssen (den Zugriff auf das DVD-Laufwerk benötigt man ja eventuell, wenn die Fritz-Programm-DVD wegen der Audio- und Kommentar-Optionen bereits im Laufwerk liegt) und weil der Zugriff einfach einen Deut schneller erfolgt. Dafür benötigt man zwar ca. 1,5 GB Platz auf seiner Platte und – falls die Datenbank der stärksten Großmeisterpartien noch hinzugefügt werden soll – noch einmal weitere 120 MB, aber bei der heutigen Größe moderner Datenträger dürfte das noch eines der geringsten Probleme darstellen. Die beiden Datenbanken sind wie normale Eröffnungsbücher zu handhaben, d. h. man bindet sie völlig problemlos in Fritz ein, so wie im Programm beschrieben.
Ein weiterer großer Vorteil besteht in der Möglichkeit, das Powerbook durch aktuelle Partien erweitern oder ergänzen zu können. Damit das funktioniert, muss man nur daran denken, den Schreibschutz für die übertragenen Dateien aufzuheben, wenn es beim Kopiervorgang nicht bereits automatisch erfolgt sein sollte.
Bei den Möglichkeiten sind der Vorstellung eigentlich nur insofern Grenzen gesetzt, als dass man sich fragen darf, in welcher Weise man diese gigantische Datenfülle nutzen will und kann. Der Hobbyschachspieler, der wirklich nur spielen will, tut sich mit dieser Perspektive meines Erachtens keinen allzu großen Gefallen, weil man vor lauter Analyse kaum noch zum Spielen kommt.
Wer aber über die Grundlagen seines bisherigen Spieles hinauskommen möchte, der findet hier reizvolle Optionen zum Vergleich, zur Analyse und der tiefer gehenden Betrachtung aller verfügbaren Eröffnungen, die jemals gespielt und untersucht worden sind. Sicher wird es jedem, der an der Verbesserung seines persönlichen Spiels interessiert ist, eine Hilfe sein, analysierend zu vergleichen, was zum einen die Theorie der Schacheröffnungen ergibt, zum anderen gewinnt man aber auch Erkenntnisse darüber, welche Zugfolgen ausgewiesene Großmeister in ihrem eigenen Spiel gewählt haben. Letztlich möchte ich noch die Systemvoraussetzungen benennen, die das „Fritz Powerbook 2007“ benötigt: Pentium PC, Win98, Win2000, WinME, WinXP, 32 MB RAM, DVD-Laufwerk, installiertes Programm Fritz 8, 9 oder 10.
Ich danke der Firma Chessbase, die die Software kostenlos zur Verfügung gestellt hat und kann dem ambitionierten Vereinsspieler oder Schachenthusiasten den Kauf der Eröffnungsdatenbank empfehlen. Ob aber jeder Schach-Freizeitspieler seinen „Fritz“ mit diesen Möglichkeiten noch „aufmöbeln“ muss, bleibt für mich dahingestellt, die Spielfreude selbst nimmt keinesfalls entscheidend zu.

Heinz–Willi Jansen (stellvertr. Schulleiter an der Kath. Hauptschule Stadtmitte in Mönchengladbach)

ISBN–10: 3–86681–022–9, ISBN–13: 978–3–86681–022–8; Preis ca. 50,-- Euro