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Primaerliteratur
20. Jahrh. | Deutschland | Weimarer Republik
[P|S|M]
Arbeitsamt Unterweser - Bremerhaven (Meldekarte, Frühjahr 1929)


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Transkription: Kontrollkarte
für den Arbeitssuchenden
Name, Beruf, Wohnung, Akten-Nummer, Alu. Kru. [unleserlich]
Ist durch das Arbeitsamt bei der ...
Krankenkasse in ... angemeldet.
Stempel (quer) Saisonberuf


Wichtig!
Vom Arbeitsamt wird nur die erste Kontrollkarte kostenlos ausgeteilt. Weitere Kontrollkarten werden nur gegen Vorlage der alten Kontrollkarte ausgegeben. Für Verlust haftet der Inhaber, es werden in solchen Fällen neue Kontrollkarten nur gegen Zahlung der vom Arbeitsamt jeweilig festgesetzen Gebühr ausgeteilt.
Die Kontrollkarten können auch als Ausweis gegenüber dem Finanzamt und anderen Stellen dienen.
Ein Merkblatt habe ich erhalten und habe von den Verhaltungsvorschriften auf der 4. Seite Kenntnis genommen.

Unterschrift

4. Seite:
Verhaltensvorschriften
Der Unterstützungempfänger hat sich - soweit nichts anderes bestimmt ist - täglich, jeder andere Arbeitssuchende mindestens jeden dritten Tag, zwecks Arbeitsvermittlung zu der für sein Gewerbe festgesetzten Zeit unter Vorlegung dieser Karte bei dem Arbeitsamt oder der für ihn zuständigen Kontrollstelle zu melden. Wer länger als 2 Tage der Kontrollstelle fern bleibt, ohne sich abgemeldet zu haben, verliert den Anspruch auf seinen Platz un wird hintenangestellt, er ist außerdem beweispflichtig, ob ein Arbeitsverhältnis oder Krankheit die Ursache des Fehlens war. Arbeitssuchende, die eine Gelegenheitsarbeit finden, behalten für 8 Tage ihren Platz, wenn sie die Annahme der Arbeit innerhalb 24 Stunden dem Arbeitsamt melden: gelernte Arbeiter, die außerhalb ihres Berufes eine Arbeit finden, behalten bis zur Höchstdauer von 4 Wochen ihren Platz, wenn sie die angenommene Arbeit innerhalb 24 Stunden dem Arbeitsamt melden. Invalidenkarte bezw. Hinterlegungsschein ist bei jeder Meldung mitzubringen. Kann ein Arbeitssuchender wegen fehlender Papiere die zugewiesene Arbeit nicht antreten, wird die Unterstützung versagt. Unterstützungsempfänger und Gelegenheitsarbeiter müssen in Arbeitszeug erscheinen, um zugewiesene Arbeit unverzüglich antreten zu können. Wer zugewiesene Arbeit ohne berechtigten Grund ablehnt, erhält für die auf die Weigerung folgenden 4 Wochen keine Arbeitslosen - bzw. Krisenunterstützung. Die Frist ist unwiderruflich. Der Arbeitsuchende muss Einspruch erheben, falls ihn das Arbeitsamt in eine falsche Berufsgruppe einreiht. Das Merkblatt, das jeder Arbeitsuchende erhält, genau durchlesen.
Beschwerden über Fragen der Arbeitsvermittlung sind bei dem Geschäftsführer, über Fragen der Arbeitslosenversicherung bei dem Spruchausschuss des Arbeitsamtes anzubringen.




Quelle: Privatbesitz Familie Deharde; mit frdl. Genehmigung für psm-data
digitale Edition & Transkription GM