Jurek Becker

Der Erzähler und Jakob


Titelabbildung der ersten Ausgabe
Berlin und Weimar 1969
"Ich möchte gerne ... ein paar Worte über meine Information verlieren, bevor der eine oder andere Verdacht sich meldet. Mein wichtigster Gewährsmann ist Jakob, das meiste von dem, was ich von ihm gehört habe, findet sich hier irgendwo wieder, dafür kann ich mich verbürgen. Aber ich sage das meiste, nicht alles, und das liegt diesmal nicht an meinem schlechten Gedächtnis. Immerhin erzähle ich die Geschichte, nicht er, Jakob ist tot, und außerdem erzähle ich nicht seine Geschichte, sondern eine Geschichte. (...)

Einiges weiß ich noch von Mischa, aber dann gibt es ein großes Loch, für das einfach keine Zeugen aufzutreiben sind. Ich sage mir, so und so muß es ungefähr gewesen sein, oder ich sage mir, es wäre am besten, wenn es so und so gewesen wäre, und dann erzähle ich und tue so, als ob es dazugehört. ... Die Wahrscheinlichkeit ist für mich nicht ausschlaggebend." (S.43/4)



DER ERZÄHLER
ordnet die Handlung als auktorialer E.,
und ergänzt offene Stellen nach seinem Dafür-Halten.
"Dann ist Frankfurter mit seiner Frau alleine, ohne Zeugen. Ich weiß bloß, wie es ausgegangen ist, ich kenne nur das Resultat, nichts dazwischen, aber ich kann es mir nur so oder ähnlich vorstellen." (Seite 55)

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kommentiert, bewertet und leidet als Augenzeuge und Leidenssgefährte "Es war nicht der schlechteste Einfall von Mischa, Rosa bei der Ausgabe der Essenmarken anzusprechen..." (Seite 45)

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fabuliert (=plaudert/schwätzt/klatscht) in der uralten Tradition jüdischer Erzähler im "Schtetl""Wir wollen jetzt ein bißchen schwätzen, ... wie es sich für eine ordentliche Geschichte gehört, laßt mir die Freude, ohne ein Schwätzchenist alles so elend traurig." (Seite 24)

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Wirkung auf den Leser:

der Erzähler
steigert das Miterleben und mildert den Schrecken


Zentrale für Unterrichtsmedien (ZUM e.V.) - Klaus Dautel 1999/2006 (cc)

Ohne ein bisschen Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz themengerecht sein sollte.
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