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Tage der Nemesis

Roman

Martin von Arndt, ars vivendi (2014), 309 Seiten, ISBN: 978-3-86913-424-6

Tage der Nemesis - Cover
Im Mittelpunkt des Romans "Tage der Nemesis" steht ein Attentat, das sich tatsächlich am 15. März 1921 in Berlin ereignet hat. Der vormalige osmanischen Innenminister Talat Pascha, der als einer der Hauptverantwortlichen des Völkermords an den Armeniern gilt, wurde von dem Armenier Soghomon Tehlirian auf offener Straße erschossen. Dieses historische Ereignis wird in einen Kriminalroman eingebunden, dessen historischer Hintergrund auf Recherchen beruht und dessen weitere Hauptpersonen fiktiv sind.
Der Roman vermittelt bei der Suche nach dem Täter und den Ursachen und Hintergründen der Tat einen Einblick in das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich im Jahr 1915. Er zeigt darüber hinaus auch Verbindungslinien zwischen der deutschen Außenpolitik in den Zwanziger Jahren und der jungen Türkischen Republik einerseits und einigen im Exil lebenden Mitgliedern der vormaligen Osmanischen Regierung.

Der leitende Kriminaloberkommissar Dr. Andreas Eckart, der gezeichnet ist von seinen eigenen Kriegserlebnissen im Ersten Weltkrieg und in seinem Denken und Handeln eigenständig, wird unterstützt von seinem (jüdischen) Assistenten Ephraim Rosenberg und Kriminalbezirkssekretär Gerhard Wagner, der eher obrigkeitsorientiert ist. In dieser Personenkonstellation wird neben der Aufarbeitung des Mordfalls an Talat Pascha auch - quasi nebenbei - einiges über die Situation und Stimmung in Berlin Anfang der Zwanziger Jahre deutlich. Und unverkennbar wird - auf der Blaupause der deutlich werdenden Verbrechen an den Armeniern 1915 - auch schon ein Hinweis auf die zukünftigen NS-Verbrechen (zumindest implizit) angedeutet.

Dieser Roman macht ein historisches Ereignis, das wohl nur wenigen bekannt ist, bekannt und deutlich. Er bezieht seine Spannung aus der schrittweisen Aufdeckung der Hintergründe und Zusammenhänge.

Im Vorwort des Verfassers heißt es:

"[...] Dabei handelt es sich um "Doku-Fiction": Weite Teile folgen den historischen Fakten, einiges musste ich aus dramaturgischen Gründen umgestalten. So sind vor allem die Figuren der Ermittler fiktional [...]. Es waren türkische Freunde, die mich mit dem Stoff um "Operation Nemesis" erst bekannt gemacht haben. Eine "Beleidigung des Türkentums" lag daher nie in meiner Absicht. Es ist heute wichtiger denn je, zu verstehen, dass es eine verbrecherische kleine Clique ist [...], nicht das türkische Volk, das diesen Genozid zu verantworten hat. [...]" (S. 7f)

verfasst von Karl-Otto Kirst am 22.01.2015 | 1446-mal gelesen

Fachrichtungen: Gemeinschaftskunde Geschichte


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