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LdL für Pepe, Pfeiffer und die Pauker

Unterrichtstipps nach 30 Jahren bewährtem, verlässlichem, kreativem und effektivem Lernen durch Lehren

Joachim Grzega und Bea Klüsener, epubli: GmbH Berlin (20012), 156 Seiten

LdL für Pepe, Pfeiffer und die Pauker - Cover
Joachim Grzega und Bea Klüsener legen mit diesem Buch eine Art Liebeserklärung für LdL vor. Grzega ist der Methode 1991 begegnet, also vor 22 Jahren und nach einer kurzen Phase der Skepsis hat er sich dem Ansatz ganz und gar verschrieben. Nach seinem Staatsexamen 1998 hat er als Hochschuldozent LdL in inhaltlich und adressatenmäßig ganz unterschiedlichen Veranstaltungen eingesetzt, vorwiegend in Sprachkursen und linguistischen Seminaren. Bea Klüsener kam später zu LdL, aber auch sie findet warme Worte für diese Methode, die sie in literaturwissenschaftlichen Kursen anwendet.
Das Werk ist sehr persönlich gehalten und markiert dezidiert die ethisch begründete, humanistische, menschenfreundliche Position der beiden Autoren. In allen ihren Ausführungen wird deutlich, dass der behutsame, einfühlsame, respektvolle Umgang mit ihren Schülern und Studenten im Vordergrund steht. Für sie liefert die Methode LdL mit ihrer anthropologischen Fundierung das Instrument, um ihre Ziele einer Förderung des „Glückes“ ihrer Hörer zu erreichen.
Ihrem Temperament und ihrer Kreativität gemäß gehen die Autoren das Thema LdL unter sehr unterschiedlichen Perspektiven an. Nach einer Darlegung der LdL-Geschichte und der LdL-Theorie liefern sie eine Fülle von Unterrichtstipps mit sehr konkreten Anwendungsbeispielen. Beispielsweise wird das Thema „Effektive Lernpartnerübungen“ so aufbereitet, dass detailliert beschrieben wird, wie der Diskurs in Gruppen laufen soll, wenn man „vermitteln will, dass Landwirbeltiere in Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere einzuteilen sind.“ (S.25). Hier sollte man nicht deduktiv vorgehen sondern mit der Frage beginnen: „Was haben alle Landwirbeltiere gemein?“ Die Gesprächsabläufe im Unterricht werden in großem Umfang dokumentiert, beispeislweise auch wenn Studenten der englischen Sprachwissenschaft im LdL-Verfahren Mitstudenten einen Stoff vermitteln (S.115ff). Diese Abschnitte sind besonders für Hochschullehrer interessant und nehmen den Charakter einer Diskursanalyse an. Aber sie sind auch für Schulpraktiker aufschlussreich, denn die Autoren beschreiben wie und wann der Lehrer intervernieren soll, wenn der Student als Lehrer einen Fehler macht oder nicht weiterkommt. Gerade dies ist ein Problem, dem LdL-Anwender immer wieder begegnen. In allen Einzelkapiteln sind unterschiedlich lange Abschnitte eingebaut mit dem Titel „Eindrücke aus meinem Leben“, die besondere Erlebnisse der Autoren zu einem Thema zum Ausdruck bringen, sei es aus der Zeit ihrer Kindheit und Jugend in der Schule oder als Studenten, oder aus Erfahrungen als Hochschuldozenten. Aus ihren Erlebnissen haben sie gelernt und sie möchten die an ihnen begangenen Fehler vermeiden. Insofern wird der Leser mit einer permanenten pädagogisch-didaktischen Reflexion konfrontiert, in der immer wieder die Sorge um das Wohl und die Förderung der Adressaten aufscheint.
Die Kapitel sind folgendermaßen eingeteilt: Die Beziehung zwischen Lehrer, Lerner und Gesellschaft – Sokratisches Fragen und aristotelische Erklärungen - Die Gerechtigkeit des Lehrers – Individuelle Lernreisen für Gruppen, Paare, Singles – Wo führt LdL bloß hin? – Glokale Kommunikationsanforderungen – Glokale Sprachanforderungen – Materialtypen und Materialbeispiele
Aus dieser Auflistung sind zwei Schwerpunkte zu erkennen: zum einen fällt die sozial-ethische Dimension auf, mit der Optimierung der Beziehungen zwischen den Akteuren im Lernzusammenhang, dazu zählt auch das sokratische Fragen, das eine interindividuelle und kollektive Klärung der Begriffe sichert. Das kritische Nachfragen ist Voraussetzung für das Vertändnis des Sachverhaltes und die Verständigung zwischen den Akteuren. Auch die Sorge um Gerechtigkeit fällt in den Bereich ethischer Reflexion. Zum anderen geht es um die Qualität der Inhalte und deren Relevanz für die Zukunft der Lerner („Glokale Sprachanforderungen“). Der Abschnitt „Wo führt LdL bloß hin?“ listet die Fragen auf, die bei Präsentationen der Methode gestellt werden und beantwortet sie.
Zum Abschluss ein Zitat von Joachim Grzega: „LdL ist für mich das bildungs-, lern- und lehrökonomisch beste Konzept für unsere Zeit, für die Informations- und Wissensgesellschaft“ (S.19).
Wer mit einem tiefgreifenden, auf lange Erfahrung beruhenden Zeugnis intensiver Beschäftigung mit LdL konfrontiert werden möchte, sollte das Buch lesen!



verfasst von Jean-Pol Martin am 04.02.2013 | 2788-mal gelesen

Fachrichtungen: fächerübergreifend Pädagogik Lernen durch Lehren


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