Das FÜNF-(T)AKTE-Muster

Friedrich Schiller: Die Piccolomini II,1

Diener richten den Saal für Wallenstein, den Herzog von Friedland, und seine Gemahlin. Der Mathematicus Seni, "schwarz und etwas phantastisch gekleidet", tritt in die Mitte.

Seni (mit Gravität).
Mein Sohn, Nichts in der Welt ist unbedeutend.
Das Erste aber und Hauptsächlichste
Bei allem irdischen Ding ist Ort und Stunde.

... (zählt die Stühle)

Eilf! Eine böse Zahl. Zwölf Stühle setzt,
Zwölf Zeichen hat der Tierkreis, Fünf und Sieben,
Die heilgen Zahlen liegen in der Zwölfe.

Zweiter Bedienter.
Was habt ihr gegen Eilf? Das lasst mich wissen.

Seni.
Eilf ist die Sünde, Eilfe überschreitet
Die Zehn Gebote.

Zweiter Bedienter.
So! Und warum nennt Ihr
Die Fünfe eine heilge Zahl?

Seni.
Fünf ist
Des Menschen Seele. Wie der Mensch aus Gutem
Und Bösem ist gemischt, so ist die Fünfe
Die erste Zahl aus Grad und Ungerade.

Erster Bedienter.
Der Narr!

Dritter Bedienter.
Ei, lass ihn doch! Ich hör ihm gerne zu,
Denn mancherlei doch denkt sich bei den Worten.


Ohne etwas Werbung geht es nicht. Ich bitte um Nachsicht, falls diese nicht immer ganz Themen-gerecht sein sollte.
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